Sunburn - Loose Yourself
Beim ersten Kontakt mit diesem Album fällt erst mal die tolle „Verpackung“ auf. Schön im Digipack-Format mit wenig Plastik, dazu der angenehme Rot-Ton samt leichtem Verlauf in dem hier alles gehalten ist, dazu die schöne Typographie und der edle Goldton beim Flammenlogo – schick. Und auch bei der Musik hat sich der Fünfer durchaus Mühe gegeben, klingt alles satt und rund, die Band strahlt ordentlich Selbstbewusstsein aus und rockt sich souverän durch die dreizehn enthaltenen Songs. Stilistisch wenig an der Jetzt-Zeit orientiert, sondern eher son bisschen auf die „selige“ Grunge-Zeit schielend musste ich beim Hören der Songs mehr als einmal an die Stone Temple Pilots denken. Zu 100% passt der Vergleich natürlich nicht, aber er führt mal in die richtige Richtung. Und in die ist auch die Band unterwegs, und das schon seit Jahren. Ihre erste EP verkauften sie über 700 mal, auf die erste selbstproduzierte LP folgte ein Vertrag und die zweite LP-Produktion mit prominenter Unterstützung – an den Reglern saß Ralph Quick (H-Blockx, Die Happy). Man merkt schon, dass die Fünf das nicht erst seit gestern machen, sogar der Unplugged-Song am Schluss des Albums geht locker von der Hand. Manchmal wünscht man sich vielleicht etwas mehr Wut, aber so richtig weh tun sie dann doch nie. Und gerade den Wechsel von ruhigen, getragenen Passagen zu rockenden Parts beherrschen sie aus dem FF, gutes Beispiel ist hier z.B. ein Song wie „Just a Passenger“. Dieser Tage erscheint nun also „Loose Yourself“ und die Band ist erneut bereit alles zu geben, sogar die Verlosung von drei Wohnzimmerkonzerten steht auf dem Promozettel. Ich stell mir gerade vor, wie das wohl aussehen würde, wenn meine Mutti da aus Versehen gewinnen würde... wo hab ich denn jetzt wieder die Postkarten? (tj)




