Opeth - Ghost Reveries
Dass Opeth eine ganz besondere Band ist, steht eigentlich schon seit ihrem grandiosen Debüt „Orchid“ fest. Schon damals ging die Band, zwar noch im Black Metal Korsett, eigene beeindruckende Wege. Spätestens seit dem letzten Album „Dammnation“ ist jedoch auch klar, dass die Band sich nicht auf einen bestimmtes Genre festlegen lässt. Die anmutigen, zerbrechlichen Art-Rock meets Jazz Epen hätte wohl niemand erwartet. Jetzt biegt die Band mit Album Nummer acht um die Ecke und erfindet sich wieder aufs Neue. Auf Anhieb fällt auf, dass wieder härtere Elemente ihren Weg in den Sound gefunden haben. So gibt es wieder brutale Growls und heftige Stakkato Riffs zu hören. Diese stehen jedoch nicht allein, sondern werden, in nicht selten über 10-minütigen Epen, mit verträumten Gesangsmelodien, 70er Space-Rock Arrangements, Jazz, Orgelsounds, akustische Zwischenspiele oder bezaubernden Solos vermischt. Alles was vorstellbar oder auch unvorstellbar ist, findet sich im Opeth Sound wieder. Das Ergebnis klingt dabei keinesfalls zerfleddert oder überfrachtet. Die Platte bleibt immer schlüssig. Aber auch fordernd. Die unterschiedlichsten Teile fließen auf völlig natürliche Weise ineinander über und ergeben ein atemberaubendes Ganzes. Eine eigenwillige und interessante Achterbahnfahrt aus Licht und Dunkel, Wut und Melancholie, Trauer und Hoffnung entsteht. Trotz überlangen Songs gibt es keine Sekunde Langeweile auf der Platte. Der Hörer wird entführt in ein aufregendes Klangkosmos welches es in dieser Tiefe selten hört. Ghost Reveries ist ein absolutes Meisterwerk und wohl schon jetzt einer der absoluten Höhepunkte des Jahres. (rg)




