Deaf Havana - Old Souls
Deaf Havana haben mit ihrem letzten Album und BMG-Debüt “Fools And Worthless Liars†gezeigt was in ihnen steckt. Stilistisch irgendwo zwischen Indie-Rock und Pop-Punk angesiedelt, wartete das Album mit einigen Ohrwürmern und auch der nötigen Authentizität auf. Jetzt erscheint der Nachfolger „Old Souls“. Auf Anhieb hat sich scheinbar nicht viel verändert. Noch immer ist die stilistische Nähe zu Bands wie Panic At The Disco oder Fall Out Boy absolut gegeben. Dennoch wird schnell klar, dass das neue Werk um einiges glatt gebügelter daherkommt. Die Gitarren haben fast ihre gesamte Wucht eingebüßt, dafür haben Keyboard-Sounds deutlich stärkeren Anteil am Gesamtsound. Auch die Songs selbst sind auf der neuen Platte deutlich langsamer und haben ihre Spritzigkeit verloren. Außerdem wirkt die Platte sehr viel theatralischer. Geblieben ist die sehr charismatische Stimme von Frontmann James Veck-Gilodi. Leider haben Deaf Havana ordentlich Weichspüler reingehauen, was die Songs insgesamt blasser und langweiliger macht. War die Hitdichte auf dem Vorgänger noch recht hoch, sucht man die wirklich großen Hits auf „Old Souls“ vergebens. Ein paar brauchbare Songs sind zu finden; „Subterranean Bullshit Blues“ hat beispielsweise viel Potenzial. Auf der Haben-Seite kann die Band die Experimentierfreude verbuchen. Es wird immer wieder mit neuen Elementen, seien es Classic-Rock oder Bläser, experimentiert. Unterm Strich hilft das aber nicht viel, denn „Old Souls“ langweilt leider schon nach recht kurzer Zeit. Es scheint fast, als habe die Band ihre Spontaneität und Spielfreude verloren. Schade. (rg)




