Chaos Beyond - The Drawing Board
Metal aus dem Nachbarland dringt nicht allzu oft in unsere Breitengrade vor und die Herren von Chaos Beyond legen hier wohl sogar schon ihren zweiten Longplayer vor. Rein faktisch sind erst mal 13 Songs mit knapp 50 Minuten Spielzeit im Player gelandet. Stilistisch bewegt sich das alles in der Schnittmenge aus Metalcore, Rock und New Metal. Segen und Fluch zugleich ist der Abwechslungsreichtum, den sich die Combo auf die Fahnen geschrieben hat und auch die vielen Artikulationsarten, die Sänger Mike Kaos draufhat. Schreien, Singen, Brabbeln, Grölen – kann der Mann alles überzeugend darbieten. In der Summe führt das aber immer wieder zu (gewollt?) albernen Momenten, wo das eher nach Klamauk als nach leidenschaftlich empfundener Mucke klingt. Musikalisch folgt Thrash auf Metalcore, dann gibt’s wieder Breakdowns, Ami-Arena-Rock-Refrains, eingewobene Akustikpassagen und sogar Rap-Parts. Hinzu kommt ein extrem steriler Sound, was selten das Gefühl aufkommen lässt, dass hier eine fünfköpfige menschliche Band mit Instrumenten aus Holz und Metall agiert. Und an ihren Instrumenten können die Buam wirklich so einiges, besonders die Gitarristenfraktion tut sich da hervor. Auch wenn sich selbst nach mehrmaligem Hören kein stimmiger Gesamteindruck einstellen will, ein Track wie das an elfter Stelle versteckte und latent an Exodus und Machine Head angelehnte „My Final Hatred“ kann schon was – 10 Tracks dieser Klasse, mit mehr Rotz und Seele im Sound und ich hätte gerne ne 6 vergeben. In der limitierten Version kommt das Album zusätzlich mit Bonus-DVD auf der u.a. sämtliche Videos, eine Akustikperformance, Making-Of zum Album und Aktuellen Videoclip „One Click Away“ sowie ein Feature aus dem Proberaum zu finden sind. Und obenauf gibt’s noch ein Gitarren-Plektrum, einen Sticker und nen Flyer. (tj)




