Nightwish - Imaginaerum
Unverhofft kommt immer wieder. Mit „Imaginaerum“ gelingt der skandinavischen Band ein Album, das sie ganz neu positioniert und es trotzdem schaffen dürfte, die bisherigen Fanscharen auf diesen Weg mitzunehmen. Wer die Band aus früheren Zeiten, als noch Tarja Turunen am Mikro stand, als Symphonic Metal-Band mit doch starker Opernschlagseite auf der Liste hat, sollte sich „Imaginaerum“ unbedingt anhören und seine Meinung revidieren. 2012 sind Nightwish eine viel breiter aufgestellte Band, zwar immer noch mit dem Hang zur großen Inszenierung – natürlich war bei den Aufnahmen ein riesiges Orchester im Einsatz – aber längst nicht mehr so „anstrengend“ wie früher. Die große Geste trifft hier die große Gefühlspalette in einem musikalischen Gewand, das förmlich nach dem Vergleich zur Filmmusik schreit (als Hausnummern seien mal Tim Burton und Hans Zimmer genannt) – und prompt gibt es auch bald einen Kinofilm von der Band! Der Gesang von Anett Olzon ist in seiner Vielfalt beeindruckend, sie hält sich aber dankenswerter Weise von den ganz schrillen Registern fern und erinnert eher ans Musical – wo sie ja ursprünglich wohl auch herkommt. Natürlich gibt’s in den fast 75 Minuten jede Menge zu entdecken, auch diverse Hits, für Langzeitmotivation ist also wahrlich gesorgt! (tj)




