Abraham - An Eye On The Universe
An sich sollte Pelagic Records ja eine Plattform für alle möglichen Spielarten der Musik sein, jetzt sind die ersten Veröffentlichungen doch nicht gar so weit von der Person des Labelchefs Robin Staps und des mit ihm assoziierten Sounds entfernt. Abraham haben nichts mit gepitcht singenden, blauhäutigen Zwergen zu tun, sondern sind eine Schweizer Combo, die früher Le Baron Vampire hießen – unter dem Namen hätte ich die auch nicht gesignt, höhö. Aber mal Schluss mit albern, wer die Schweiz spontan nicht nur mit Käse sondern auch mit Bergen assoziiert, ist hier völlig richtig. Denn der Sound der Eidgenossen plättet einen derart, dass man manchmal meinen könnte, man wäre unter ein Bergmassiv geraten. Und sie wollen es ihren Hörern auch partout nicht einfach machen; kompromisslos, krass, vertrackt und hibbelig sind sie und wollen auf jeden Fall, dass man sich das Album „schönhört“ – nix mit Liebe auf den ersten Blick, hier regiert die Langzeitmotivation. Aber selbst nach mehreren Durchläufen ist der Trip mit „An Eye On The Universe“ immer noch kein beseeltes Schwelgen, sondern ein konzentriertes Genießen – schön dass es in all der Anstrengung dann doch immer mal ein paar Oasen der Ruhe oder in Form von fast hitverdächtigen Momenten gibt – so wie etwa der entspannte Anfang von „Astro Zombies“ oder das eingängige „Saloon Bizarre“. Erinnert mich hier und da an frühe Cult Of Luna (etwa zu „Beyond“-Zeiten) und wenn die Band aus Lausanne einen ähnlichen Weg einschlägt, dann wird man noch viel von ihnen hören. Starkes erstes Lebenszeichen, Daumen hoch! (tj)




