Khoma - A Final Storm
Mit einem Jahr Verzögerung kommt nun das dritte Album dieser schwedischen Ausnahmeband auch in den deutschen Läden an. Sowohl Albumtitel als auch Artwork leiten Einen komplett in die Irre, genauso wie das Wissen, dass hier zwei Drittel des Trios auch bei den Postcorelern von Cult Of Luna in Lohn und Brot stehen. Stürmisch ist hier an sich gar nichts, mit Cult Of Luna hat es auch nur sehr wenig gemein und die Farben des schon eher abstrakten Artworks finden sich nur bedingt in der Musik wieder. Es ist über weite Strecken melancholisch, episch, aber auch immer wieder mitreißend und wunderschön, was die drei Herren da auf den Hörer abwälzen. Soundkoordinaten sind dabei nicht gar so anbiedernde Coldplay-Songs und die frühen The Cure. Das alles wirkt herrlich souverän und man wähnt die Band bereits in großen Arenen oder gar Stadien angekommen – im Moment spielen sie aber noch in kuschligen Clubs, wobei der Weg sie in der Zukunft tatsächlich auch auf große Bühnen führen könnte. Manche Melodien und Gesangspassagen sind hart an der Grenze zum Pathetischen und im persönlichen Umfeld fiel da auch schon mal ein abschätziger Kommentar in Bezug auf jammernde Sänger. Über die gesamte Albumdistanz fehlt vielleicht der Ausbruch all der angestauten Emotionen und Sehnsüchte, die hier beschworen werden, aber vielleicht ist gerade das der Tick, der sie von so vielen anderen Bands unterscheidet. Nach zwei Alben für Roadrunner erscheint das dritte Oeuvre der Schweden nun bei Selective Notes, einem Unterlabel von Razzia Records. Und das wird von keinem anderen als dem In Flames-Sänger Anders Fridén und Daniel Tivemark betrieben, der vorher u.a. für Victory Records und Nuclear Blast gearbeitet hat. (tj)




