Devil Sold His Soul - Blessed & Cursed
Devil Sould His Soul haben sich in ihrer Heimat England mit einem Album und einer EP einen vortrefflichen Ruf aufgebaut. Century Media haben Lunte gerochen und sich die heißen Newcomer gesichert. Nun ist es ja mit heißen Bands aus England oft genug so, dass bei genauerem Hinschauen/-hören nur wenig Substanz zu finden ist. Im Fall von Devil Sold His Soul ist aber tatsächlich alles im grünen Bereich. Die Band wartet mit einem eigenständigen und originellen Sound auf. Sie sitzen irgendwo zwischen den Stühlen von Deftones, Neurosis, Mogwai und Architects. Das Fundament bilden zähe Riffwände und treibende Beats, verstärkt durch dezente Keyboards. Die Songs bestechen durch ihre Dynamik, immer im Spannungsfeld zwischen düsterer Verzweiflung, harrscher Frustration und ermutigender Hoffnung. Erreicht wird das mit Riffs, die direkt in die Magengrube schlagen, aber auch atmosphärischen Soundteppichen. Die Band kommt zur Ruhe und explodiert immer wieder. Sänger Ed folgt mit seinen Vocals dieser Logik und pendelt zwischen melodischem Gesang und markerschütterndem Geschrei. Devil Sold His Soul sind aber ganz und gar nicht mit den Legionen gesichtsloser Screamo Bands in einen Topf zu werfen. Die Band geht einen absolut eigenen Weg. Es werden nie zu offensichtliche Metal oder Hardcore Elemente bemüht, obwohl die Einflüsse zweifellos vorhanden sind. Die Band schafft es eine ergreifende Atmosphäre zu erschaffen, der man sich nur schwer entziehen kann. Songs wie „Drowning/Sinking“ mit dem mitreißenden Schlusspart inklusive Chorgesängen sorgen für Gänsehaut. Die Band nimmt sich Zeit um ihre volle Wirkung zu entfalten. So sind die meisten Songs deutlich überlang. Entsprechend ist die Platte alles andere als easy-listening und fordert die volle Aufmerksamkeit des Hörers ein. Lässt man sich darauf ein, wird man mit einem spannenden und tiefgründigen Album belohnt. (rg)




