In This Moment - A Star –Crossed Wasteland
In This Moment machen mit diesem Album eine interessante Wandlung durch. War ihr erstes Album noch der etwas holprige Versuch, Metal mit weiblicher Frontfrau irgendwo zwischen Evanescence und Walls Of Jericho zu machen, war das zweite Album „The Dream“ ein sehr gelungenes aber eben auch sehr glattes und auf Eingängigkeit getrimmtes Chart-Rock Album. Mit letzterem hat die Band sicher einige Fans der ersten Stunde vergrault, aber sich eben auch Erfolg auf breiter Ebene sichern können. Da verwundert es umso mehr, dass nun das nunmehr dritte Werk wieder deutlich härter zu Werke geht. Der Opener „Gunshow“ stellt mit Nachdruck klar was hier Sache ist. Fette Stampfriffs und derbes Gebrüll und Keifen von Frontman Maria lassen jeden, der zuckersüße Balladen erwartet hat, dumm aus der Wäsche schauen. Doch ganz so derbe soll es dann doch nicht sein, schon im nächsten Song geht es im melodischen Refrain wieder versöhnlicher zu. Dennoch sind die harten Momente auf „A Star –Crossed Wasteland“ keinesfalls Exoten wie es beim Vorgänger der Fall war. Immer wieder packt die Band die Keule aus. Auch wenn man stets bemüht ist eine Balance aus harten und melodischen Momenten zu finden. Auch die zarteren Parts wirken bei weiten nicht mehr so glatt wie beim Vorgänger, ohne dabei jedoch an Eingängigkeit einzubüßen. Trotzdem muss man sich das Album etwas öfter anhören bis es zündet. Dann aber wird schnell klar, dass In This Moment wieder einige neue Hits hervor gezaubert hat. Sängerin Maria liefert einmal mehr eine gute Gesangsleistung ab, wobei immer wieder auffällt, dass sie in den harten Momenten nicht ganz die Power den Stimmbändern entlockt wie beispielsweise Walls Of Jericho Frontfrau Candace Kucsulain. Diesen Mangel bügelt sie aber in den gefühlvollen Momenten wieder aus. Doch nicht nur die Gesangsleistung auch die Gitarrenarbeit kann glänzen. Einige der Riffs sind wirklich cool und einfallsreich. Die Band wandelt immer haarscharf an der Grenze zum Kitsch, schafft es aber wie durch ein Wunder meist, auf der guten Seite zu bleiben. So langsam muss man In This Moment wirklich auf dem Plan haben, von einer überproduzierten Eintagsfliege kann spätestens jetzt keine Rede mehr sein. Auch wenn „The Dream“ im direkten Vergleich sicher mehr Hitpotential hatte, mit „A Star –Crossed Wasteland“ bekommt die Band definitiv mehr Profil. (rg)




