In This Moment - Blood
Nachdem die von Frontfrau Maria Brink angeführte Truppe In This Moment mit ihrem zweiten Werk „The Dream“ ein absolutes Hitalbum vorgelegt hat und sich mit ihrem Drittwerk „A Star-Crossed Wasteland“ durch mehr Härte und Experimente Kontur verschafft hat, will sie jetzt Blut sehen. „Blood“ startet mit einem für die Band fast schon typischen, atmosphärischen Intro, bevor es mit dem Titeltrack zur Sache geht. Dabei handelt es sich wiederum um einen recht typischen In This Moment Track. Die betörende Stimme von Maria Brink in der Strophe säuselt und haucht, während im Refrain richtig fies gebrüllt wird und die Band explodiert. Dabei zeigt sie durchaus Mut für Experimente und insbesondere elektronische Effekte, sei es als Stimmverzerrer oder Samples. Weiter geht es dann mit „Adrenalize“ was durch sinnliche Vocals, monoton treibenden Beat und eindeutige Vocals an vertonte Pornographie grenzt. Das folgende „Whore“ zeigt interessante Gesangsrhythmik und spielt einmal mehr gekonnt mit laut/leise Dynamiken. Insgesamt scheinen In This Moment auf diesem Album den Schulterschluss der beiden Vorgänger zu suchen. Einerseits will man roh und kantig wirken, weiterhin experimentieren, aber auch genügend Hits produzieren. Das ist der Band bei „Blood“ auch gelungen. Sie liefert reichlich interessante Aspekte ohne dabei zu abgefahren zu wirken. Die Songs bleiben immer zugänglich. Leider zeugen die 14 Tracks aber hier und da auch von mangelnder Ideenvielfalt. So werden immer wieder atmosphärische Zwischenspiele eingestreut, die eher unnötig sind, oder man greift insbesondere in Refrains gern auf recht abgehangene Strukturen zurück. Auch scheint der Gitarrensound an vielen Stellen zu sehr im Hintergrund zu stehen. Einige Songs könnten von einer fett bratenden Gitarre profitieren, die kann sich dann aber oft nicht so recht durchsetzen. Der große Pluspunkt der Band ist und bleibt aber der sensationelle Gesang von Frontfrau Brink. Der Facettenreichtum ihrer Stimme ist absolut beeindruckend und funktioniert von sensiblem Hauchen über extremes Kreischen bis zu brutalem Grunzen. Da kann man auch darüber hinweg sehen, dass nicht jeder Song ein Hit ist. In This Moment haben mit „Blood“ unter'm Strich also ein solides Album abgeliefert und bewiesen, dass sie immer wieder für Überraschungen gut sind. (rg)




