The Gaslight Anthem - American Slang
The Gaslight Anthem aus New Jersey sind ohne Zweifel die Senkrechtstarter des letzten Jahres. Ihr Album „The 59 Sound“ ist eingeschlagen wie eine Bombe. Die Band ist derzeit eine dieser ganz heißen Geschichten, die Fans aus allen Lagern auf ihre Seite ziehen. Dabei ist dieser Erfolg keineswegs irgendeinem Hype geschuldet sondern basiert lediglich auf fantastischen Songs und großartigen Live Shows. Jetzt liegt ihr lang erwartetes neues Album vor. Der erste Durchlauf von „American Slang“ hinterlässt den Hörer zuerst etwas verdutzt. Die Platte ist kein zweites „The 59 Sound“ und die Songs begeistern nicht sofort. Doch schon beim ersten Durchlauf ist klar, die Platte wird wachsen und man wird sie lieben. Genau das passiert dann auch nach ein paar weiteren Durchläufen. Der Grundtenor der Platte ist insgesamt etwas ruhiger und entspannter als beim direkten Vorgänger. Verblüffenderweise ist das Album melancholischer und gleichzeitig beschwingter. Leichtfüßige Melodien treffen auf nachdenkliche Lyrics und die kratzige Stimme von Frontmann Brain Fallon. Die Wurzeln der Band im Rock´n Roll, Blues und Soul werden noch deutlicher in den Vordergrund gehoben als das bisher schon der Fall war. Ein junger Bruce Springsteen hat seine Duftmarke überall auf der Platte hinterlassen. Die Songs beinhalten alles wofür man die Band liebt, sie sind entfesselnd ehrlich, eingängig, tiefgründig, nachdenklich und originell. Innerhalb kürzester Zeit hat man sich in die Platte verliebt und bekommt sie nicht mehr aus dem Player. Trotzdem muss zum Abschluss ein kritisches Wort fallen. Insgesamt würde ich „The 59 Sound“ als das bessere Album bezeichnen. Wobei der Vergleich wohl etwas unfair ist, schließlich ist das eine dieser ganz großen Platten, die kaum zu toppen sind. „American Slang“ bleibt allerdings nur knapp dahinter zurück. Klassiker. (rg)




