Powerwolf - Lupus Dei
Ein smartes Image hilft doch immer sehr dabei das Produkt an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Insofern ist es im Endeffekt auch herzlich egal, ob die Powerwölfe nun aus Muränien oder sagen wir mal... Südwestdeutschland kommen. Durch das liebevolle Inszenieren dieser Musik, die an sich kaum noch mit Überraschungen aufwarten kann, nehmen sie den inkompatiblen Bierernst aus der Angelegenheit und man kann als Hörer sogar schmunzelnd Textzeilen wie "Would You Die For Heavy Metal?" ("We Take It From The Living") abnicken, oder sagen wir eher "abbangen" denn das dazu servierte Riffutter ist alles andere als Schonkost, sondern allerfetteste Gitarrenbretter mit Mitreißgarantie. Das Debut "Return In Bloodred" war ja schon mehr als gelungen, die Band hat ihr Rezept aber erneut ausgefeilt und ein sehr kurzweiliges Album geschaffen, das vom ersten bis zum letzten Ton unterhält und oft richtig mitreißt. Unterm Strich etwas weniger Doom, dafür mehr hymnische Parts, die auch weidlich zum Mitgröhlen und Fäusterecken einladen. Ideales Instrument ist hier natürlich die Orgel, die nicht selten zu King Diamond-Assoziationen führt. Klar erfinden die Recken hier das Rad nicht neu, servieren aber eine äußerst launige Neuinterpretation mit hohem Spaßfaktor - für mich jedenfalls die einzige Art neue Alben auf diesem Sektor zu konsumieren, mit einerseits hohem Respekt vor der Kunst der Initiatoren des Genres, also der Tradition verpflichtet und andererseits jeder Menge zwinkernder Augen. Hoch die Pommesgabel! (tj)




