Powerwolf - Blood Of The Saints
Zum Thema klassischer Heavy Metal wurde das letzte relevante Wort an sich vor vielen Jahren gesagt. Manche Bands, die diesen Wimpel heute noch vor sich hertragen, sind im Kern doch eher irrelevant bzw. bemitleidenswert. Trotzdem schafft es eine recht junge Band namens Powerwolf aus dem tiefsten Muränien seit Jahren immer wieder, mit den altbekannten Zutaten mitreißende Alben zu veröffentlichen – und "Blood Of The Saints" ist ein weiteres Meisterwerk, soviel gleich mal vorweg. Das liegt bei den Wölfen an der unverkrampften Präsentation, gepaart mit jeder Menge Leidenschaft in der Vermittlung und einer gehörigen Schippe Humor. Die schlägt sich in der gefakten Vampir-Biographie und vor allem in den legendären Songtiteln nieder. Gab's auf vorherigen Alben schon Perlen wie "Resurrection By Erection", "Raise Your Fist, Evangelist" oder "Catholic In The Morning... Satanist At Night", so legen sie auf der neuen Scheibe mit "Sanctified With Dynamite" und "Dead Boys Don't Cry" nach. Und die rückwärtsgewandte Musik ist nie käsig epigonenhaft, sondern frisch und eher Reminiszenz an die alten Helden wie etwa die Scorpions, Iron Maiden, Manowar und King Diamond. Elf Tracks, zehn Hymnen (der Opener ist ein Intro) und trotzdem man schnell für die neuen Songs entflammt, handelt es sich hier nicht um ein Strohfeuer, sondern es entwickelt sich enorme Langzeitmotivation. An sich müsste man für den fehlenden Bassisten ja einen Punkt abziehen, aber was soll's... (tj)




