Sodom - Sodom
„Wenigstens einmal in ihrer Karriere braucht jede Band ein selbstbetiteltes Album.“ Findet jedenfalls Tom Angelripper. Im Jahr 24 ihres Bestehens ist es nun bei Sodom auch so weit: Am 24.04. erscheint bei SPV/Steamhammer das lang erwartete neue Studio-Album der deutschen Vorzeige-Thrasher, aufgenommen und gemischt vom früheren Sodom-Gitarristen Andy Brings.
Um es an dieser Stelle gleich vorwegzunehmen: Den Fan, der kompromisslosen Thrash Metal der feinsten Sodom-Art erwartet, wird definitiv nicht enttäuscht. Nach einem Akkustik-Intro geht mit „Blood On Your Lips“ gleich die Post ab, bevor mit „Wanted Dead“ an zweiter Stelle der wahrscheinlich schnellste Song der Scheibe folgt. Der dritte Song, „Buried In The Justice Ground“, zeigt experimentelle Motörhead-Venom-Tendenzen, ist aber auf alle Fälle ein Genuss im Gehörgang des Musikfans. „City Of God“ enthält akustisch süchtig machende Riffs und Gesang, bei dem mir die Stimmbänder wehtun, wenn ich mir eine Nachahmung nur vorstelle.
Obwohl er sich sicherlich nicht als Weltverbesserer sieht, möchte Tom Angelripper durch Texte, die sich kritisch mit aktuellem (und auch vergangenem) politischen Weltgeschehen auseinandersetzen, seine Meinung kundtun und das Problembewusstsein seiner Fans stärken. In dieser Tradition sind die Texte zu den beiden nachfolgenden Liedern wie „Bibles and Guns“ und „Axis Of Evil“ zu sehen.
Von der Qualität von „Lords Of Depravity“ und „Nothing To Regret“ konnten sich unlängst schon US-amerikanische Sodom-Fans überzeugen; „The Enemy Inside“ ist sogar bereits auf dem Live-Doppelalbum „One Night In Bangkok“ enthalten. Das melodiös vielleicht eingängiste Lied des 43-minütigen 11-Song-Albums ist „No Captures“.
Über die technisch makellose Umsetzung des Albums braucht man kein Wort zu verlieren. Mit dem beständigsten Lineup seit Bandgründung liefert Sodom den Beweis, dass sie keineswegs in die Jahre gekommen sind und nichts von ihrer Energie und Aggressivität eingebüßt haben. Als alter Sodom-Fan der ersten Stunde kennt meine Begeisterung kaum Grenzen: 6 wohlverdiente Punkte. See you on tour! (wg)




