Eyes Set To Kill - Masks
Im Hause Eyes Set To Kill gab es im Vorfeld des aktuellen Albums einige Veränderungen. Die Band hat mit Century Media ein neues Label gefunden, mit Steve Evetts hat man sich mit einem erfahrenen Produzenten zusammen getan und natürlich gab es auch im Lineup wieder Veränderungen. Da ist eine Korrektur der musikalischen Marschrichtung fast vorprogrammiert. Diese ist auf „Masks“ deutlich zu hören: Waren die ersten vier Alben noch stark von typischem Post-Hardcore/Screamo mit weiblich-männlichen Wechselvocals geprägt, heißt die Marschrichtung dieses Mal ganz klar Metal und Rock. Die Songs wirken deutlich klarer und gleichzeitig wuchtiger. Der männliche Counterpart zur klaren Stimme von Frontfrau Alexia Rodriguez klingt heute auch kräftiger und rockiger, kein schrilles Screamo-Geschrei mehr. Auch die stimmliche Bandbreite von Rodriguez scheint sich vergrößert zu haben. Ob als derbe Rock-Röhre oder mit zerbrechlich einfühlsamer Stimme ist sie über alle Zweifel erhaben. Die Songs sind insgesamt etwas eingängiger ausgefallen und verfügen nicht selten über hohes Hit-Potential. So bekommt man Songs wie „Killing In Your Name“, „Where I Want To Be“ oder vor allem die Hymne “True Colors” so schnell nicht mehr aus dem Ohr. Dabei klingt die Platte keineswegs überproduziert oder zu sehr auf Erfolg getrimmt. Das Gesamtbild hat noch genügend Ecken und Kanten und die Band wirkt jederzeit authentisch. Der Vergleich zu den Labelmates von In This Moment drängt sich auf und trifft in einigen Momenten auch durchaus zu. Insgesamt wirken Eyes Set To Kill aber doch noch etwas roher und ungestümer im positiven Sinne. Der Labeleinstand ist für die Band aus Phoenix mit dieser Platte rundum gelungen. Wer auf modernen female-fronted Metal steht, sollte die Truppe abchecken. (rg)




