Ulcerate - Vermis
Relapse sind ja bekannt dafür, immer wieder neue, spannende Bands in Sachen Extrem-Metal aufzuspüren. Ulcerate aus Neuseeland sind solch eine Band, die es mal wieder schafft, dem extremen Metal ein neues Gesicht zu verpassen. Geboten wird derber Death-Metal, der einerseits im traditionellen Death-Metal der US-Prägung seine Wurzeln hat, aber eben auch starke Einflüsse aus Doom und Noise aufweist. Das Ergebnis sind massive Gitarrenwände in wüstem, basslastigen Sound, die sich mal im zermürbenden Schneckentempo, mal im ultraschnellen Blastbeat auf den Hörer zuschiebt. Man stelle sich eine fiese Mixtur aus Morbid Angel, Neurosis und Winter vor. Melodien sind Fehlanzeige, Ulcerate bieten lediglich wenn sie das Tempo etwas drosseln kleine Verschnaufpausen. Die Songs sind zwar meist sehr straight, beinhalten aber dennoch viele verspielte Arrangements und dadurch eine gewisse Komplexität, ohne dabei allzu abgefahren zu sein. Die Tracks haben meist Überlänge und leben hauptsächlich von ihrer düsteren Atmosphäre, weniger von markanten Riffs oder eingängigen Hooks. Das ist auch leider das Hauptproblem der Scheibe. Die Songs ähneln sich über lange Strecken doch sehr und es gibt nicht sehr viele Akzente, die gesetzt werden. Dennoch hat „Vermis“ durchaus einen gewissen Charme, die Atmosphäre stimmt und vor allem stilistisch treffen die Kiwis mit ihrem eigenständigen Sound ins Schwarze. (rg)




