Kimaera - The Harbinger Of Doom
Kimaera stammen aus dem Libanon, ein Land, das man nicht unbedingt mit Metal in Verbindung bringt und in dem die Bedingungen für diese Musik sicherlich nicht ideal sind. Umso beachtenswerter, dass „The Harbinger Of Doom“ bereits das dritte Album der Band ist. Geboten wird melodischer Death-Metal, der auf Anhieb verdächtig skandinavisch klingt. Frühe Dimmu Borgir lassen grüßen. Die recht melodische Gitarrenarbeit wird durch großzügige Keyboardteppiche unterfüttert. Weiterhin beschäftigt die Band eine eigene Geigerin. Hört man genau hin, entdeckt man außerdem immer wieder Einflüsse im Sound, die tatsächlich auf die orientalische Herkunft der Band schließen lassen. Diese sind aber meist recht dezent im herkömmlichen Death-Metal Sound versteckt. Das ist schade, denn so geht der Band ein Teil ihrer Identität verloren. So bleibt unterm Strich ein zwar handwerklich solider aber insgesamt zu durchschnittlicher Sound übrig. Das können etliche Bands besser. Der orientalische Einfluss hätte hier sicher Akzente setzen können, wird aber zu sparsam eingesetzt. Ein weiteres Problem der Platte ist, dass die Songs zu lang sind. Zwar stecken immer wieder ganz nette Riffideen darin, die in einem kompakten Dreiminüter funktionieren würden, aber aufgeblasen auf sieben Minuten schnell ermüden. Schade, „The Harbinger Of Doom“ ist eigentlich ein ganz nettes Album geworden, jedoch keines, das den zugegebenermaßen verwöhnten Europäer besonders begeistern dürfte. (rg)




