Beissert - Darkness: Devil: Death
Die seit mittlerweile acht Jahren bestehende sächsische Combo Beissert hatte in der jüngeren Vergangenheit mit Besetzungsproblemen zu kämpfen, weshalb von der Originalmannschaft lediglich Sänger BSSRT und Gitarrist BLDG übrig geblieben sind. Das dritte Studioalbum „Darkness: Devil: Death“ wurde also mit komplett neuer Rhythmusfraktion in Angriff genommen, was nicht nur am leicht veränderten Klang der Band, sondern auch an den Kompositionen selbst abzulesen ist. Waren auf dem Vorgänger „The Pusher“ noch etliche Klavierpassagen und Abstecher in die Gefilde des klassischen Rock vertreten, so konzentriert man sich aktuell mehr auf Härte, Aggressivität und Technik. In wie weit der neue Schlagzeuger zu dieser Entwicklung beigetragen hat, entzieht sich meiner Kenntnis, jedenfalls ist die Platte extrem sauber eingespielt, alles passt nahezu perfekt und auch die wildesten Breaks werden punktgenau gelandet. Außerdem ist ein deutlich höherer Metal-Anteil in den Songs der vier Dresdner Jungs zu verzeichnen, wobei sie nach wie vor sehr gerne Steifzüge durch die unterschiedlichsten Subgenres harter Musik unternehmen und sich auch einige gewagtere Experimente erlauben. Die ganz große Stärke von Beissert ist aber ihre Fähigkeit, scheinbar völlig mühelos blitzblanke Refrains aus dem Ärmel zu schütteln, die nicht nur als clevere Bindeglieder zwischen den einzelnen Songabschnitten fungieren, sondern darüber hinaus auch für einen enorm hohen Wiedererkennungswert sorgen. Es sind genau diese Passagen, in denen insbesondere BSSRT am Mikro zu glänzen weiß und nicht selten mit sehr überzeugendem Klargesang das Kommando über die Songs an sich reißt. Überhaupt führt der Herr eine selten gehörte Bandbreite an unterschiedlichen Klangfarben und Aggressionsleveln ins Feld, die den Stücken ein hohes Maß an Abwechslung und Vielschichtigkeit verleihen. Nicht, dass die Musik ohne Gesang langweilig wäre, im Gegenteil, die Instrumentalparts rocken alleine schon gewaltig, aber der Gesang sorgt eben für das gewisse Etwas. Fazit: Beissert haben auf ihrem dritten Album Großes geleistet. Nicht nur, dass sie über das Können verfügen, so viele unterschiedliche Ideen und Einflüsse erfolgreich umzusetzen, sie besitzen auch den Blick für das große Ganze, was gewährleistet, dass „Darkness: Devil: Death“ in seiner Gesamtheit eine richtig spannende Geschichte ist, ohne Aussetzer und Durchhänger, einfach nur gut. Dringende Kaufempfehlung für alle Metal-Heads, die auf Scheuklappen verzichten können. (cj)




