Selfish Hate - Today Tomorrow Forever
Bevor wir in die Besprechung von Selfish Hate’s zweitem Album „Today Tomorrow Forever“ einsteigen, gibt es zur Einstimmung ein kleines Zitat aus der Bandinfo: „Praktisch in einem Atemzug mit Bands wie 50 Lions, No Turning Back oder Terror kann auch Selfish Hate genannt werden.“ Jawohl, da kann ich nur zustimmen, zumindest wenn es um den Musikstil geht. Wer dies aber auf die Qualität der Musik bezieht, fährt auf ziemlich dünnem Eis Schlittschuh. Aber fangen wir von vorne an: Die aus Freiburg stammende Combo packt auf diese Scheibe elf Songs und bekommt die Gelegenheit, diese erneut über District 763 zu veröffentlichen. Im Vergleich zu ihrem Erstwerk „Unbreakable“ hat sich am Stil der Breisgauer so gut wie nichts geändert, denn man imitiert weiterhin die bereits erwähnten Bands. Und genau so meine ich das auch. Ohne Ausnahme kommen dem kundigen Hörer sämtliche Riffs bekannt vor, wenn er sie nicht - genau in dieser Form - schon zigfach gehört hat. Das Songwriting zeigt zwar ein Gespür für funktionierende Live-Songs mit einigen beachtenswerten Breakdowns und routinierten Tempowechseln, offenbart aber auch ein fehlendes Verständnis für das große Ganze. Ziemlich stupide folgt Mosh-Part auf Breakdown auf Sing-A-Long. Und dazu bekommt man so tiefsinnige Zeilen wie “This is Hardcore, real Hardcore for you and your crew… and it unites us“ serviert. Bei aller Liebe, aber das ist Musikmachen nach Schema F, ohne erkennbaren Drang zur Eigenständigkeit, ohne Inspiration und Seele. Es ist nicht einmal so, dass Selfish Hate eine zum Kotzen schlechte Band wären, aber sie sind absolut nichts sagend und somit belanglos. (cj)




