Five Finger Death Punch - The Wrong Side of Heaven and The Righteous Side of Hell Vol. 1
Five Finger Death Punch haben sich innerhalb recht kurzer Zeit zu einer gefragten Band entwickelt. Zumindest in den Staaten sind die Jungs eine feste Größe und auch hierzulande erfreuen sie sich immer mehr Beliebtheit. Bescheidenheit ist keine Tugend welche die Band auszeichnet. Das wird abgesehen von dem dicke Hose Sound der Truppe auch aus zwei weiteren Gründen klar. Zum einen ist das vorliegende Album nur der erste Teil eines Doppelalbums, eine in jüngster Vergangenheit immer wieder gern genommene Taktik um das Maximum aus einer Writingsession zu holen. Zum anderen eröffnet gleich der Opener „Life Me Up“ mit keinem geringeren als Metalgod Rob Halford als Gast. Der Song erinnert übrigens stark an die Genrekollegen von Stone Sour, zu denen auch im weiteren Verlauf der Platte immer mehr Gemeinsamkeiten auffallen. Five Finger Death Punch liefern einmal mehr eine Paradeleistung in Sachen All-American Stadion Metal ab. Keinesfalls mit besonders hohem Tiefgang ausgestattet, aber durchaus effektiv. Lyrisch legt die Band eine recht einfache Weltanschauung als Mischung aus Freiheitsdrang, typischer‚ US-Kämpferrhetorik und stumpfer Bikerromantik an den Tag. Dennoch, das Album hat was. Die Band versteht inzwischen genau wie ein Song funktionieren muss. Es gibt wirklich coole Riffs zu hören, Hooks die ins Ohr gehen und eine variable Gesangsleistung aus Melodie und Härte. Man fühlt sich bei dem Album etwas wie bei einem US-Blockbuster im Kino. Meist weiß man bereits im Voraus, dass es sich um kein Meisterwerk handelt und ohne besonderen Tiefgang auskommt. Dafür hat das Werk aber reichlich Pomp und Bildgewalt. Am Ende wurde man dann doch gut unterhalten. Völlig unverständlich ist warum drei der Songs doppelt auf dem Album sind. In einer Version ohne, in einer anderen mit durchaus illustren Gästen wie Jamie Jasta, Maria Brink und Max Cavalera. Sehr cool hingegen ist das LL Cool J Cover „Mama Said Knock You Out“ mit Tech N9ne. Fans der Bands dürften das neue Album abfeiern, wem der Sound bisher zu prollig war wird seine Meinung nicht ändern. (rg)




