Stand Your Ground - The Chaos Around
Im Bereich des Hardcore ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Problem, wenn sich Musiker komplett gegen jegliche Art der Innovation abgrenzen. Es wird nur dann zum Problem, wenn sie als Band keinerlei individuelle Trademarks besitzen. Beim aktuellen Fallbeispiel Stand Your Ground fängt die Problematik bereits mit dem Bandnamen an, denn auch ohne bei Google zu spicken, hat man hier das Gefühl eines Deja-vus. Bei der Musik sieht es ähnlich aus: Das zweite Album der über weite Teile Deutschlands verstreuten Combo trägt den Titel „The Chaos Around“ und macht keinen Hehl daraus, dass das Rad der Zeit hier still steht. Hardcore von der Stange ist angesagt, und zwar die Art, die relativ wenig mit Punk, dafür umso mehr mit Metal zu tun hat. Auf dem Speiseplan stehen Riffs, die ordentlich auf dicke Hose machen – mal böse stampfend, mal in Staccato-Manier – aber immer voll auf die Zwölf. Hinzu gesellt sich wildes Double-Bass-Drumming, und um das Menü abzurunden, fehlt nur noch ein übel gelaunter Shouter. So einfach kann Musikmachen sein. Man hat es schon tausendmal gehört, es hat immer funktioniert und klappt auch hier reibungslos. Genau wie bei unzähligen anderen Bands, deren CDs in verstaubten Kartons in meinem Keller landen. Nicht dass Stand Your Ground ihre Sache schlecht machen würden, sie verfügen nur über rein gar nichts, was sie vom Großteil ihrer Genrekollegen unterscheiden würde. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der einzige Song („Allein“), der einen gewissen Wiedererkennungswert aufweist, der einzige Song mit deutschem Text ist. Fazit: „The Chaos Around“ ist in jeder Hinsicht die Definition von Mittelmaß. (cj)




