Hate Meditation - Scars
Sind meine Lautsprecher kaputt? Das war der erste Gedanke der mir beim erstmaligen Hören des Hate Meditation Debüts durch den Kopf geschossen ist. Mastermind der Band ist Blake Judd der ansonsten als einer der Köpfe von Nachtmystium bekannt ist welche wiederum ebenfalls nicht für ihre besonders klaren Produktionen bekannt ist. Die Band Hate Meditation gründete er bereits 2003 als Nebenprojekt, veröffentlichte ein Demo und legte die Band wieder auf Eis. Erst 2012 wurde die Band wiederbelebt und arbeitete seit dem an ihrem nun vorliegenden Debüt. Geboten wird äußerst düsterer und, wie bereits angedeutet, äußerst roh produzierter Black Metal. Das Ganze klingt als haben sich Emperor und Darkthrone irgendwann Anfang der 90er in einen Proberaum verschanzt und ein Demo eingerumpelt. Die Gitarren sind kaum mehr als ein verwaschenes Surren, die Drums sind kaum differenziert wahrzunehmen und der kreischende Schreihals ist mit reichlich Effekten in den Vordergrund gemischt. Für Black Metal Puristen ist das wohl genau das Richtige, alle anderen dürften erstmal abgeschreckt sein. Lässt man sich aber auf die Produktion ein und nimmt vor allem Kopfhörer zur Hilfe, kann man durchaus die eine oder andere Feinheit im Sound erkennen. Dann passiert etwas Ähnliches wie schon bei den Nachtmystium Alben, plötzlich entfaltet sich ein mystischer Zauber der den Hörer gefangen nimmt. Die Band entfaltet eine dichte Atmosphäre und erschafft Songs die mit der nötigen Offenheit durchaus faszinieren können. Die Platte ist sicherlich nichts für jedermann, wer aber auf puristischen Old-School Black Metal steht sollte der Band eine Chance geben. (rg)




