Kylesa - Ultraviolet
Nachdem ich erst mal „Ultraviolent“ statt „Ultraviolet“ gelesen hatte kam dann doch noch die Erkenntnis; ach so, die dunkle Seite des Lichts… Schwarzlicht, macht Sinn. Nach dem schon recht durchwachsenen „Spiral Shadows“ von 2010 emanzipiert man sich hier recht weit von der Heimat in der jahrelang angebrachten Sludge-Schublade. Auf „Ultraviolet“ ist alles irgendwie entspannter, flächiger, trippiger – nicht umsonst covert die Band seit Jahren immer wieder gerne mal Pink Flyod. Sängerin und Gitarristin Laura Pleasants zeigt sich variabeler denn je, „Grounded“ ist ein mitreißender Stonerrocker und „What Does It Take“ oder auch „Vulture’s Landing“ rocken richtig schön. Ein Track wie das abschließende „Drifting“ fasst da viele Facetten gekonnt in einem Song zusammen: anfangs noch recht ruhig steigert er sich gegen Ende und wird dann richtig laut und wütend. Ein gerade noch gelungenes Album, auch wenn hier und da der Eindruck entsteht, dass die Band auf Biegen und Brechen mit ihrer Vergangenheit abschließen möchte und aus der Nachbarschaft der sonst gern als Vergleich bemühten Baroness (die gerade bei „Vulture’s Landing“ deutlich herauszuhören sind) und Mastodon weg möchte. Es braucht in jedem Fall mehrere Durchläufe und selbst dann zünden Songs wie „Quicksand“ oder etwa „Low Tide“ nicht so recht. Tolle Band, gerade auch live mit den zwei Drummern immer ein Erlebnis, aber das nächste Album darf dann gerne wieder stimmiger sein. (tj)




