Beyond The Shore - Ghostwatcher
Beyond The Shore konnten 2009 mit ihrer ersten EP, die sie im Studio von Tim Lambesis aufgenommen haben, bereits einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen, was zu einigen Supportshows und schließlich zum Deal mit Metal Blade geführt hat. Die Band spielt im weitesten Sinne Metalcore, hat dabei aber eine zumindest in Ansätzen eigene Herangehensweise. Die Band vermischt metallische Leads und rhythmisches Stakkato Riffing mit Hardcore typischen Crew-Shouts und bellend/heiserem Shouting. Was Beyond The Shore etwas heraus stechen lässt, ist die Art und Weise, wie sie in den insgesamt recht kühlen, mechanischen Sound immer wieder warme Melodien einfließen lassen und den Sound so auf interessante Art bereichern. So bekommen die Songs eine spannende Dynamik, da sich die melodischen Parts eher unerwartet in den Gesamtsound einfügen. Songs wie „Half Lived“ oder „Transitions“ verfügen daher eine überraschend hohe Eingängigkeit. Auch das Tempo wird immer wieder geschickt variiert und pendelt von flottem Up-Tempo über groovendes Mid-Tempo hin zu schleppenden Doom-Anleihen. Trotz der Bemühung um Vielfalt gelingt es der Band jedoch leider nicht, das Album über die gesamte Spielzeit spannend zu halten. Das Riffing ähnelt sich unter den Songs doch sehr stark, das harte Shouting wirkt recht eindimensional, was von der melodischen Gesangsstimme nicht aufgefangen werden kann und die wirklich großartigen Momente sind eher rar gesät. So bleibt unterm Strich mit „Ghostwatcher“ ein solides Debüt-Album einer Band mit Potential übrig. Um sich aber auch langfristig im Genre zu behaupten, muss beim nächsten Album eine Schippe drauf gelegt werden. Fans von Emmure und Konsorten können ein Ohr riskieren. (rg)




