Dragged Into Sunlight - Widowmaker
Dragged Into Sunlight aus England veröffentlichten vor gut zwei Jahren ihr Debüt bei Prosthetic Records (eigentlich ein re-release der Veröffentlichung auf Mordgrimm). „Hatred For Mankind“ war ein bösartiger Bastard aus Sludge und Black-Metal, der einiges an Staub im Underground aufgewirbelt hat. Jetzt hat die Truppe ihr zweites Werk aufgenommen. „Widowmaker“ besteht aus drei Teilen, die jeweils durch einen Track repräsentiert werden und schlicht mit Part I – III nummeriert sind. Part I dauert knapp 15 Minuten und ist im Grund ein erweitertes Intro. Düster klimpernde Gitarren werden im weiteren Verlauf von Streichinstrumenten unterstützt. So wird subtil aber sehr effektiv eine düstere Grundatmosphäre geschaffen. Das ist trotz der Länge überraschend kurzweilig. Ein abschließendes Sample leitet zu Part II über. Hier zeigt die Band ihr wahres, bösartiges Gesicht. Auf 12 Minuten wird einmal mehr derbster Black-Metal mit fiesem Sludge verheiratet. Das Ergebnis scheppert und wabert gewaltig. Einmal mehr beweist die Band ihr Gespür für originellen und unkonventionellen, extremen Metal. Statt die Latte in Sachen Geschwindigkeit und Technik immer weiter zu pushen, fokussiert sich die Band auf Atmosphäre. Im Vergleich zum Vorgänger spielt sie noch stärker mit den Möglichkeiten einer modernen Produktion. Weiterhin haben sich deutliche Doom Einflüsse im Sound breit gemacht. Auch öffnet sich die Band für unkonventionelle Instrumente, die immer wieder im Sound auftauchen. Seien es Streicher, Tasteninstrumente oder Samples. Part II wird dann noch etwas zäher und langsamer, aber auch immer wieder etwas ruhiger und fast verspielt. Dragged Into Sunlight veröffentlichen mit „Widowmaker“ ein ebenso unkonventionelles wie fesselndes Album. Wer sich eine bösartige Kombination aus Wolves In The Throne Room, Neurosis und Eyehategod vorstellen kann, liegt hier goldrichtig. (rg)




