The Agonist - Prisoners
Mit ihrem bereits dritten Album „Prisoners“ mischen die Kanadier The Agonist erneut im Female Fronted Metal mit. So wandeln sie auf den Spuren von Arch Enemy im Death Metal, Walls Of Jericho im Hardcore/Metalcore oder wie ihre Genrekollegen In This Moment im Melodic Death Metalcore. Fronterin Alissa, die im ersten Moment durch bunte Haare und haufenweise Tattoos auffällt, hat aber einiges mehr zu bieten. Stimmlich überzeugt sie mit wunderbar aggressiven Screams, tiefen Growls sowie mit Klargesang jenseits der Schmerzgrenze. Bereits die ersten beiden Alben „Once Only Imagined“ (2007) und "Lullabies For The Dormant Mind" (2009) konnten mich durchaus überzeugen und drehten die ein oder andere Runde in meinem Player. Mittlerweile sind seit der letzten Veröffentlichung drei Jahre ins Land gestrichen und umso gespannter war ich auf das Ergebnis der neuen Scheibe. Produziert wurde das Ganze von Christian Donaldson (Cryptopsy) und Tue Madsen (The Haunted, Dark Tranquillity, Suicide Silence) hat selbiges gemixt und gemastert. Um es vorweg zu nehmen: am Sound hat sich vergleichsweise wenig geändert. Das Album strotzt immer noch vor klarer Riffs der Gitarristen. Auch der Mann am Schlagzeug drischt immer noch wie ein Wilder auf seine Schießbude ein. Gesanglich gibt es einen feinen Mix aus tiefen Growls, hysterischen Screams und Klargesang. Zu hören ist dies gleich am Anfang nach einem sanften Gitarrenintro, wenn der Opener "You're Coming With Me" über einen herein bricht. "Anxious Darwinians" ist hingegen etwas gewöhnungsbedürftiger und gehört sicherlich nicht zum Besten was The Agonist auf dieser Platte abliefern. "Panophobia" geht als eindeutiger Ohrwurm durch. In den Strophen wird steil nach vorne geschoben und rasant das Tempo gewechselt, während der Refrain sich tief in den Gehörgängen festsetzt. Hier hätte man an der ein oder anderen Stelle der Scheibe mit dem Klargesang etwas sparen können, da er den fetten Groove eher ausbremst als ihn zu unterstützen. Das düstere "The Mass Of The Earth" bleibt wieder länger im Gedächtnis. In diesem Fall weiß der Klargesang im Refrain zu überzeugen. Gleiches gilt bei dem Song „The Escape“. Auch der letzte Song "Revenge Of The Dadaists", welcher von einem französisch gesprochenen und mit Akustikgitarre untermalten Intro eingeleitet wird, besticht durch eine großartige Gesangsleistung der Frontfrau. Wenn man den Sound der vorherigen Veröffentlichungen kennt, überraschen einen die Songs auf "Prisoners" zwar nicht großartig, allerdings kann man einen Aufwärtstrend erkennen. Hierbei erweitert sich die Band musikalisch und versucht Neues, was durchaus gelungen ins Ohr geht. An der fantastische Gesangsleistung gibt es ohnehin nichts zu meckern. Daumen hoch und weiter so.(jh)




