Vijeriah - Alcatraz
Die mit dem leicht gewöhnungsbedürftigen Namen Vijeriah an den Start gehende Combo um den ehemaligen War From A Harlots Mouth-Sänger Steffen wirft dieser Tage ihr erstes Lebenszeichen auf den Markt. „Alcatraz“ heißt diese Download-EP, die mit vier Stücken ausgerüstet auf knapp 19 Minuten Spielzeit kommt. Ohne Umschweife legen die Jungs los und drücken den nichts ahnenden Hörer erst einmal mächtig an die Wand. Neben dem messerscharf sägenden Riffing und dem sehr geilen Schlagzeugspiel ist es vor allem Steffens extrem variable Stimme, die eine enorm hasserfüllte Atmosphäre entfacht und einen nicht mehr loslässt. Was der Kerl hier abliefert, gehört definitiv zu den besten Gesangsleistungen, die ich in letzter Zeit genießen durfte. Die tief im Metal verwurzelte Musik der fünf Berliner beeindruckt aber nicht nur aufgrund der Vocals und des hohen Wutfaktors, sondern auch durch intelligente Songkonstruktionen, die sich äußerst dynamisch und in Sachen Tempo und Rhythmik sehr abwechslungsreich präsentieren. Dazu gesellt sich eine astreine Instrumentenbeherrschung, die sich nicht nur – aber vor allem – in den wunderbaren Gitarrensoli, die immer wieder eingestreut werden, bemerkbar macht. Sehr gut steht „Alcatraz“ auch seine Produktion zu Gesicht, welche für DIY-Verhältnisse erstaunlich klar und dennoch irgendwie dreckig, auf jeden Fall aber mit ordentlicher Durchschlagskraft um die Ecke kommt. Eine perfekte Kulisse für die angepisste Vijeriah-Attitüde! Somit habe ich an dieser EP eigentlich nichts auszusetzen, außer, dass diese Wutorgie mit der Zeit einige Abnutzungserscheinungen aufweist und auf lange Sicht leider etwas eintönig erscheint. Dank der Kürze dieser Veröffentlichung stellt dies kein großes Problem dar, aber für ein (hoffentlich) kommendes Album, könnten sich die Herren eventuell ein wenig mehr Diversität aneignen. Ansonsten aber alle Daumen hoch! (cj)




