Holmes - Burning Bridges
Für Holmes aus Schweden hat das Rolling Stone Magazin 2010 ein neues Genre erfunden. „Scandinavian Americana“ hat man es genannt. Auch wenn es den Nagel nicht ganz auf den Kopf trifft, kommt es dem, was Holmes musikalisch präsentieren, schon recht nahe. Einerseits hat die Band durchaus diesen Blues, Soul und Country Charme, andererseits ist sie aber auch geprägt von skandinavischem Folk und dessen unterkühlter Melancholie. Praktisch erinnert das latent an The Weakerthans, allerdings ohne deren Punk Attitüde. Dafür aber mit der Schwere und Verträumtheit von Sigur Ros und Gregor Samsa. Instrumental spielt ein Akkordeon ebenso wie Lap Steel Gitarren und Klavier eine tragende Rolle. Die Vocals werden hauptsächlich von der zerbrechlichen Stimme Johan Björklunds vorgetragen, der damit den Weakerthans Vergleich weiter unterstreicht. Holmes machen Musik zum Wohlfühlen, für ruhige Winterabende am Kamin mit einem guten Buch. Sehr fragil, atmosphärisch und sympathisch. Die Songs sind unaufdringlich, für manchen sicherlich zu sehr. Was dem Album fehlt, sind die wirklich spannenden Momente und fordernden Passagen. Die Platte plätschert am Hörer vorbei, ohne dabei echten Eindruck zu hinterlassen. So bleibt unter'm Strich zwar ein durchaus nettes Album übrig, aber eben auch nicht mehr. Wer sanfte Musik für dezente Untermalung sucht, macht hiermit nichts falsch. (rg)




