Fueled By Fire - Plunging Into Darkness
Fueled By Fire ließen sich nach ihrem 2006er Debüt „Spread The Fire“ mit ihrem zweiten Album gehörig Zeit. Zudem musste noch eine mittlere Lizenzkatastrophe aus der Welt geschafft werden, bis „Plunging Into Darkness“ mit zweijähriger Verspätung endlich auch in Europa erscheinen konnte. Das Warten dürfte sich aber gelohnt haben, denn was sich hinter diesen elf Stücken verbirgt, hat es faustdick hinter den Ohren: Superaggressiver Old School Thrash steht auf der Speisekarte, zwar mit leichten Speed Metal-Anleihen aufgepeppt, aber dennoch Thrash durch und durch. Die vier Kalifornier von FBF machen nicht den geringsten Hehl daraus, wer ihre Vorbilder sind und vertonen eine Art Hommage an Szenegötter wie Overkill (Riffs), Testament (Soli), Exodus (Sound) und alte Slayer (insbesondere Gesang). Daher hat man zumindest streckenweise das Gefühl, die Musik der Amis schon einmal gehört zu haben. Erstaunlicherweise stellt das für das aktuelle Fallbeispiel aber kein allzu großes Problem dar, denn „Plunging Into Darkness“ klingt trotz allem verdammt frisch, kommt immer auf den Punkt und macht einfach Laune. Wer bei diesem Thrash-Fest, welches bis auf wenige Ausnahmen immer am oberen Tempolimit kratzt, keine Hummeln im Hintern verspürt, hat von diesem Genre keine Ahnung. Außerdem gefällt mir die rohe, fast bösartig klingende Produktion, die zudem eine enorm starke Old School-Atmosphäre versprüht, sehr gut. Hier wird genau die 80er-Jahre-Stimmung transportiert, die Musik dieser braucht, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Die Band selbst meint dazu: „Wir wussten genau, was wir wollten – nicht zu poliert und voll auf die Fresse.“ Dem schließe ich mich zu hundert Prozent an, denn genau so sieht es aus. Wer auf der Suche nach etwas Neuem ist, wird von „Plunging Into Darkness“ sicherlich irritiert sein, aber für Freunde der Alten Schule und für alle Thrash Heads sowieso, ist diese Scheibe nur wärmsten zu empfehlen. Anspieltipps: Titeltrack, Rising From Beneath, Mass Infestation. (cj)




