Pigeon Toe - The First Perception
Mit „The First Perception“ veröffentlicht Pigeon Toe, eine interessante deutsche Band, ihr Debütalbum auf dem Leipziger Label Lifeforce Records. Nachdem sie im Jahr 2010 ein paar kleinere Shows spielten, waren sie 2011 als Supporter von Karnivool und Long Distance Calling auf der Bühne. Pigeon Toe setzt sich unter anderem aus den Brüdern Martin und Hans Fischer zusammen, besser bekannt als Marsn und Hanson, welche Mitglieder von Fear My Thoughts, Backslide und Mongouse waren. Außerdem wirken noch Norman Lonhard (Triptyikon), Ben Krahl (Final Kings) und Patrick Hagmann (Fear My Thoughts) mit. Allerdings hat Pigeon Toe mit dem Metalcore der vergangen Tage oder dem schwarzen Metal von Triptykon nichts gemein. „The First Perception“ bietet eine Mischung aus progressivem Rock und Metal. Opeth, Tool, Trail Of Dead, aber auch ein kleines bisschen Mastodon wie in „The Man With The Cat“ ist zu hören. Gleich im Opener und Titelstück wird klar, dass die Scheibe keine leichte Kost ist. Dieser Eindruck zieht sich durch das komplette Album. Zwar wirkt alles sehr verspielt und sehr atmosphärisch, aber gefrickelt wird hier schon ordentlich, so dass der Zugang zu den einzelnen Songs nicht immer einfach ist. Allerdings ist es zu keiner Zeit so übermäßig ausufernd, dass man das Gefühl hat, im Chaos zu ersticken. Aber für manch einen ist es sicher zuviel. Im Gegenzug dazu gibt es ruhige Passagen bei denen man oft das Gefühl hat, die Jungs wollen hier irgendwie nicht auf den Punkt kommen. Okay, so ist halt Prog. Dem Gesamtpaket hört man an, dass die Protagonisten ihre Instrumente blind beherrschen und mit unbekümmerter Spielfreude und Unbeschwertheit zu Werke gehen. Klasse Gitarrenarbeit und sehr abwechslungsreicher Gesang. Das Schlagzeug trägt jeden Song präzise ins Ziel, auch wenn es über so manchen Umweg geht. Aus dieser spielerischen Kombination entstehen eine intensive Atmosphäre sowie dicke Soundwände. Auf das Instrumental „The Cave“ hätte man meines Erachtens ruhig verzichten können, da in den restlichen Songs schon genug gute instrumentelle Zwischenspiele vorhanden sind. (jh)




