Ashes Of Pompeii - Places
Das dritte Album von Ashes Of Pompeii, das auf den Namen „Places“ hört, kann man als Rückblick der seit 2004 bestehenden Band aus Marburg verstehen. Mit „Places“ beschreibt die Band, die mittlerweile zu Dreivierteln nach Köln umgesiedelt ist, die vielen Orte, an denen sie bereits Halt gemacht, Neues und Besonderes erlebt aber auch Beunruhigendes gesehen hat. Bei weit über hundert Konzerten in Deutschland, Österreich und England begeisterten sie die Fans mit ihrem charismatischen Sound. Die Mixtur des Quartettes aus knackigem Post Hardcore und Alternative Rock erweist sich zwar oft als anstrengender Spagat, aber dennoch als Erfolgsgarant. Auch bei „Places“ ist das nicht anders. Aber wenn man sich voll und ganz auf die Sache konzentriert und sich die Platte in Ruhe anhört, entfaltet sich die wahre Größe der musikalischen und gesanglichen Leistung der Jungs. Die Leidenschaft und die Energie, mit der sie den Wechsel zwischen vertrackter Atmosphäre und rauen, härteren Passagen spielen, ist kaum zu überhören. Als Hintergrundbeschallung auf einem Konzert, Festival oder einer Party eignet sich diese Scheibe meiner Meinung nach nur bedingt, da hier viel zu viel der Energie und der Komplexität verloren ginge. Als besonderes Schmankerl veröffentlichen Ashes Of Pompeii zu jedem der acht Songs bis zum Erscheinen der Scheibe am 13. April einen eigenen Videoclip, der inhaltlich auf den Songtext und die Thematik zugeschnitten ist und so detaillierte Einblicke in das neue Album bietet. Dies intensiviert die Auseinandersetzung mit den einzelnen Songs und dem ganzen Album noch zusätzlich. Daumen hoch für diese gute Idee. Einziger Nachteil im Gesamtpaket der Platte ist, dass es nicht wirklich einen gravierend herausragenden Song gibt, der sich auch mal in einem anderen Tempo präsentiert. Alle Songs bedienen sich dem gleichen Midtempo Stil und könnten dadurch zu schnell langweilig werden. An dieser Kleinigkeit sollten Ashes Of Pompeii für's nächste Album arbeiten, ansonsten ist „Places“ eine ganz ordentliche Scheibe geworden. Anspieltipp: „Shriveling Sleep“, „A Dusty Blanket“ (jh)




