Empowerment - Gegen Kult
Wer die Stuttgarter Szene in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, dürfte schon über den Namen Empowerment gestolpert sein. Die Band, in der sich unter anderem Mitglieder von Sidekick und Teamkiller austoben, veröffentlicht jetzt ihr erstes Album. Musikalisch wird Hardcore geboten, der stark von der alten New Yorker Schule um Bands wie Cro-Mags, Agnostic Front und Madball geprägt wurde, aber auch einen recht starken Metal Einfluss aufweist. Das Eröffnungsriff des Openers „Demaskierung“ erinnert überraschenderweise an Amon Amarth. Neben massiven Grooves und rollender Double-Bass legt die Band aber auch immer wieder ihre mehr puristischen Einflüsse aus Punk und Hardcore offen. Empowerment lassen sich keineswegs auf den Standard-Hardcore reduzieren, den man an jeder Ecke bekommen kann. Weder musikalisch noch vom Anspruch her gesehen. Was die Band auch deutlich aus der Masse heraus hebt, sind die deutschen Texte. Frontmann Jogges spuckt auf Deutsch Gift und Galle. Das führt zu Texten die deutlich authentischer und origineller wirken als das, was man sonst so an abgedroschenen Hardcore Klischees vorgesetzt bekommt. Auffällig ist, dass die Texte nicht nur recht persönlich sind, sondern auch auf lokale Themen, wie Stuttgart 21, Bezug nehmen. Cool sind an dieser Stelle auch die Liner Notes zu den Texten im schick gestalteten Booklet. Das alles trägt zum Charme der Band bei, doch dabei darf nicht vergessen werden, dass auch musikalisch einiges geht. Die Songs warten mit knackigen Riffs, eingängigen Sing-alongs und immer wieder kleinen interessanten Ideen auf. Insgesamt sicher keine musikalische Revolution aber ein sehr rundes Gesamtbild mit Songs, die überzeugen und den Pit zum Kochen bringen. Empowerment haben also alles richtig gemacht und ein starkes Debüt abgeliefert. Supporten! (rg)




