Mencea - Pyrophoric
Dass in Griechenland derzeit nicht nur Geld vernichtet, sondern nebenbei auch noch Musik gemacht wird, ist zur Abwechslung mal eine gute Nachricht. Mencea scheißen auf die Eurokrise und schmeißen ihr zweites Album „Pyrophoric“ auf den Markt. Ob die fünf Helen mit diesem brandheißen Titel vielleicht ganz bewusst einen Bezug zu den jüngsten Ereignissen in ihrem Heimatland herstellen wollen, sei dahingestellt, jedenfalls haben sie sich mit den acht Songs auf diesem Silberling einiges vorgenommen. Death Metal mit starker Groove-Schlagseite steht auf dem Programm – technisch äußerst anspruchsvoll und mindestens ebenso düster. Neben der superben Produktion beeindruckt insbesondere das spielerische Niveau, welches zwar allseits präsent ist, aber nie zu aufdringlich dargeboten wird. Alles andere als beeindruckend ist allerdings der eklatante Mangel an Eigenständigkeit. Offensichtlich stehen Gojira im Hause Mencea mächtig hoch im Kurs und wurden in Endlosschleife gehört, denn entweder will man den Stil der französischen Genrevorreiter bis ins Detail nachahmen, oder es mangelt den Griechen einfach nur an Kreativität. Ich persönlich tendiere zu letzterem, denn auch das Songwriting liefert einigen Anlass zu meckern. Wenn man der Scheibe einige Runden im Player gegönnt hat und sich auf die ganze Instrumentenakrobatik eingeschossen hat, stellt man fest, dass es genau diese technischen Finessen sind, die das Album interessant machten. Die Songs an für sich sind eher durchschnittlich und lassen in Kombination mit dem gleichförmig abgespulten Growl-Gesang immer wieder den Wunsch aufkommen, die Eject-Taste zu drücken. „Pyrophoric“ mangelt es eindeutig an richtigen Gassenhauern, die in der Läge wären, bleibende Eindrücke zu hinterlassen und so etwas wie einen Wiedererkennungswert zu kreieren. Unter'm Strich bleibt ein technisch enorm starkes Album, das aufgrund fehlender Eigenständigkeit und einer übertriebenen Neigung zu copy & paste recht schnell in Vergessenheit geraten wird. (cj)




