Run From Robots - Rust
Run From Robots aus England schicken sich an, das Punk zurück in Pop-Punk zu bringen. Die Band tourt auf der Insel fleißig, veröffentlichte bereits eine EP und legt nun ihr erstes Album vor. Geboten wird Pop-Punk wie er im Buche steht, allerdings mit einer deutlich rotzigeren und kantigeren Note als man das von den Massen gesichtsloser Bands des Genres gewohnt ist. Das Quartett drückt etwas stärker auf die Tube, die Riffs sind kerniger, die Produktion recht dreckig und der raue Gesang hat nichts mit dem zuckersüßen Gesäusel vieler Kollegen zu tun. Die Band versteht sich ebenfalls darauf, recht schmissige Refrains zu komponieren, die ganz gut ins Ohr gehen, aber nie abgegriffen wirken. Soweit so gut, Run From Robots sind also seit langem mal wieder eine Band, die zumindest im Ansatz Eigenständigkeit besitzt. Dazu kommt recht netter Charme. Es ist also alles da um voll durchzustarten? Nein, leider nicht. Was fehlt, sind die Hits. Zwar hat man einen Haufen ganz netter Songs, die wirklich großen Nummern, die den Hörer hinter'm Ofen hervor locken fehlen aber einfach. Auch wirkt der raue Anstrich oft etwas bemüht. Die Produktion sollte auf keinen Fall zu glatt sein, wie man es aber richtig macht, wusste man offensichtlich auch nicht. Die Platte klingt recht amateurhaft abgemischt, was wirklich negativ auffällt. Auch kann die Band nicht darüber hinweg täuschen, dass immer wieder einfach Ideenlosigkeit herrscht, die versucht man dann mit uninspirierten Riffs zu füllen, was leider in die Hose geht und schnell anfängt zu langweilen. Immer wieder wirkt die Band lustlos, es fehlt das Feuer und die Spielfreude. So bleibt unter'm Strich ein nett gemeintes Album, das leider in der Umsetzung deutliche Defizite aufweist. (rg)




