Moloken - Rural
Das legendäre schwedische Städtchen Umeå ist nicht für Überfälle auf Fleischtransporter bekannt, oder dafür, dass der örtliche McDonald’s mehr als ein Mal abgefackelt wurde. Vor allem hat es so manche gute Band hervorgebracht: Refused, Meshuggah, Cult Of Luna, Final Exit… Nun versucht sich eine weitere Combo in diese Liste einzureihen. Das Metal-Quartett Moloken hofft, dies durch die Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Rural“ zu bewerkstelligen. Ihr Ansatz, Doom, Death und Black Metal mit 70er-Rock zusammenzumischen, ist beileibe nicht alltäglich. Die Jungs machen deutlich, dass sie sich klanglich von anderen Bands abheben möchten, und das gelingt ihnen auch auf recht beeindruckende Weise. Die sieben Stücke umfassen so ziemlich alles zwischen derb verzerrtem, düsterem Extremmetall und eingängigen, klaren Rocktönen. Bis hierhin wäre ich durchaus bereit, die Höchstwertung zu zücken, wenn da nicht diese sehr merkwürdige Art, Songs zu schreiben wäre. Moloken scheinen eine besondere Vorliebe für Wiederholungen zu haben, denn beinahe jeder Part kommt mehrfach zum Einsatz, und stellenweise werden die Teile bis zum sprichwörtlichen Erbrechen repetiert. Bei aller Liebe zum Extravaganten, aber mit diesen Konstrukten verscheucht man eher Leute, als dass man Fans gewinnt. Das ist sehr schade, denn was in dieser Band an Potential steckt, ist bemerkenswert. Ebenso bemerkenswert ist aber auch, dass Musiker, die einen so coolen Sound auf die Beine stellen können, offenbar nicht in der Lange sind, ihn in funktionierende Songs zu packen. Vielleicht haben die Herren auch ganz bewusst diesen verstörenden Ansatz gewählt, allerdings sind sie dann um Kilometer übers Ziel hinausgeschossen. Zusammengefasst wirkt „Rural“ auf mich wie das Warten an einer Bushaltestelle am Arsch der Welt. Man wartet gefühlte Stunden, bis endlich etwas passiert bzw. bis der nächste Bus kommt. Der hat es dann zwar in sich, aber bis dahin muss man schiere Langeweile ertragen. Man könnte es auch Zeitverschwendung nennen… (cj)




