Lis Er Stille - Nous
Die Dänen von Lis Er Stille haben die Zeit seit ihrem letzten Album „The Collibro“ offensichtlich gut genutzt, um an ihrem Sound zu feilen. Die Band, deren progressiver Post-Rock irgendwo zwischen Muse, Pink Floyd und Porcupine Tree angesiedelt ist, wirkt 2012 deutlich opulenter, dramatischer und bombastischer als bisher. Die Songs sind wieder mal meist deutliche überlang. Gleich der Opener „Human Head“ dauert neun Minuten und ist vollgepackt mit allerlei Frickeleien, atmosphärischen Sounds und verschrobenen Arrangements. So etwas muss man mögen. Lis Er Stille ziehen einmal mehr ihr Ding durch. Wer sich damit bisher nicht anfreunden konnte, wird das auch weiterhin nicht tun. Für mich sind die Kritikpunkte der letzten Platte nach wie vor präsent. Die Songs haben alle sehr starke Momente, verlieren aber ihren Reiz oft schon bevor die Band zum Ende kommt. Einige Tracks wirken künstlich zu lang gezogen. Man kommt einfach nicht auf den Punkt bzw. merkt nicht, dass weitere endlose Zwischenspiele den Song einfach nicht mehr bereichern. Für wirklich spannende Songs dieser Länge fehlt es dann einfach an zündenden Ideen. Da kann der Frontmann mit der hohen Stimme noch so leiden und schmachten, der Song ist einfach vorbei. So werden die Nerven des Hörers leider immer wieder strapaziert und die Platte verliert ihren Biss. Schade, denn in den ersten Hälften sind die Tracks meistens wirklich brauchbar. Manchmal ist weniger einfach mehr. (rg)




