Loxodrome - Mirrors.Affection
Der Name Loxodrome klingt vertraut, und auch der Sound – zwar weiterentwickelt aber immer noch deutlich erkennbar – kommt mir irgendwie bekannt vor. Dann klingelt es: Mit den Österreichern, die bereits seit 1999 zusammen rocken, hatte ich bereits vor sieben Jahren mit „Down To Earth“ das erste Mal die Ehre. Die aktuelle EP „Mirrors.Affection“ klingt im Vergleich zu älteren Veröffentlichungen zwar erwachsener, aber auch deutlich softer. Der Metal-Faktor ist bis auf wenige Passagen fast völlig aus der Musik der fünf Alpenländer verschwunden und wurde durch einen wesentlich rockigeren Ansatz ersetzt. Ohne großartig aufzufallen, können sie irgendwo zwischen Audioslave, Molotov und Chevelle einsortiert werden. Ihre Vorliebe für eingängige Melodien und so genannte Hooks haben sie sich allerdings erhalten, auch wenn ich hier gleich anfügen muss, dass ich auch anno 2011 nicht wirklich mitgerissen oder gar aus den Socken geblasen werde. Man kann durchaus erkennen, dass die involvierten Musiker beileibe keine grünen Jungs mehr sind, aber geniale Großtaten darf man ebenso wenig erwarten. Trotz einer ordentlich groovenden Rhythmusfraktion, schön röhrenden Gitarren und einem ambitionierten Sänger will der Funke nicht so ganz überspringen und die Analogie der angezogenen Handbremse drängt sich auf. Auch wenn in den fünf Stücken etliche gute Ideen versteckt sind, scheitern Loxodrome schlussendlich daran, sie zu Ende zu denken. Vielleicht will man einfach zu sehr gefallen, und unter dem Druck, es allen recht machen zu wollen, scheut man sich davor, gänzlich aus sich herauszugehen. Aber das ist nur meine bescheidene Theorie. Jedenfalls steckt hier eine Menge Potential drin, das nicht zur Entfaltung kommt, wodurch „Mirrors.Affection“ dem Hörer die ganz großen Momente leider nur vortäuscht, anstatt sie wirklich abzuliefern. Unter dem Strich bleibt solide produzierte, moderne Rockmusik, die mitunter zu gefallen weiß, aber häufig auch austauschbar wirkt. (cj)




