September Malevolence - Our Withers Unwrung
Das schwedische Dreigestirn September Malevolence bringt mit „Our Withers Unwrung“ ein neues Zugpferd an den Start. Wem die Nordlichter schon von ihren beiden früheren Veröffentlichungen her ein Begriff sind, wird mit dem aktuellen Album sicherlich nicht vor den Kopf gestoßen werden, auch wenn sich in Sachen Songwriting und Produktion ein bisschen was getan hat. Man klingt heuer etwas trauriger und auch leicht düsterer als zuvor. Aber was die grundlegende Ausrichtung anbelangt, bieten die Schweden genau das, was man von ihnen erwartet: Geradlinigen Post Rock mit typisch eingängigen Melodien und der bedingungslosen Auflage, einfach nur schön zu klingen. In sich ruhend und sehr gefühlsbetont, strahlen die neun Stücke eine warme und stets leicht melancholische Stimmung aus. Musik zum Abschalten und Seele baumeln lassen. Unwillkürlich hat man Assoziationen einer entspannten Autofahrt am Sonntagnachmittag durch verträumte Landschaften und strahlenden Sonnenschein. Ab und zu erscheinen zwar bedrohlich wirkende Wolkenschleier am Horizont, aber niemals kommen sie nahe genug, um sich aufs Gemüt schlagen zu können. Im geschmeidig cruisenden Post Rock-Van von September Malevolence kann man die Zeit vergessen und sich immer weiter in den einlullenden Bann der Stücke ziehen lassen. Stellenweise werden sie durch verhaltene Lärmanflüge und souverän vollzogene Laut-Leise-Dynamiken aufgemischt, die aber keinesfalls tonangebend ausfallen. Im Gegenteil: Relativ unspektakulär ziehen die Songs an einem vorüber, aber niemals um eine Melodie verlegen, die einem gefällig ins Ohr plätschert und mit Sicherheit immer den wohlklingendsten Ton trifft. Allerdings verbirgt sich darin auch eine gewisse Gefahr, denn durch die Absenz jeglicher Unebenheit driftet man nur allzu leicht ab und verliert sich in Gedanken, wodurch die Musik zur völligen Nebensache verkommt. Mir persönlich ist es bisher nicht ein Mal gelungen, „Our Withers Unwrung” durchzuhören und dabei fokussiert bei der Musik zu bleiben. Es ist beileibe nicht so, dass die Songs zu seicht oder zu langweilig wären, aber in ihrer Gesamtheit betrachtet, wirken sie zu gleichförmig, selbst dann wenn sie gelegentlich in eine etwas lautere Gangart wechseln. Zu schnell sind diese Miniausbrüche wieder vorbei und erzeugen so auf dem musikalischen Seismografen keine eruptiven Ausschläge. (cj)




