Thoughts Paint The Sky - Nicht Mal Mehr Wir Selbst
Thoughts Paint The Sky machen seit 2005 den deutschen Screamo Underground unsicher. Jetzt veröffentlich die Band ihr drittes Album über das neue Label Midsummer. Die Band hat sich bisher vor allem einen Namen damit gemacht, Screamo mit Akustikgitarren zu spielen. Sie wird neben den beiden Akustikgitarren von einer traditionellen Rhythmusgruppe mit Schlagzeug und Bass komplettiert. Durch die Verwendung der Akustikgitarren ergibt sich ein recht eigener Sound, weniger laut und zerbrechlicher als man es normalerweise kennt, aber keineswegs weniger intensiv. Zugegeben, die Band ergänzt den natürlichen Klang der Gitarren durch reichlich Effekte, so kommt dann doch mehr Rock´n Roll als Lagerfeuer Feeling auf. Das Scream in Screamo hat die Band auf dem neuen Material weitgehend gestrichen. Stattdessen ist der Gesang mehr ein lautes Sprechen bzw. Rufen. Wirklich klar gesungen wird auch nur ab und zu. Die Stimme von Frontmann Daniel ist recht rau, aber durchaus charmant. Hier und da würde man sich allerdings etwas mehr Ausdruckskraft in der Stimme wünschen. Die Texte sind fast komplett auf Deutsch gehalten und sind meist nachdenklich und gehaltvoll. Die Gitarrenarbeit ist eher straight, gibt sich aber immer wieder auch überraschend verspielt. Es ist dabei durchaus überraschend, was man aus Akustikgitarren klangtechnisch herausholen kann. Man muss sich etwas Zeit nehmen für die Band, um sich an den unkonventionellen Sound zu gewöhnen. Dann aber macht „Nicht Mal Mehr Wir Selbst“ durchaus Spaß. Einige Songs wie „Wunschkonzert“ oder „Ein Gedicht“ verstehen es, den Hörer mitzureißen. Allerdings haben sich auch ein paar Durchhänger auf das Album geschlichen, die den guten Eindruck etwas trüben. Dennoch sind Thoughts Paint The Sky eine sehr sympathische Band mit eigenständigem Sound. Dafür gehen die Daumen hoch. (rg)




