3 - The Ghost You Gave To Me
Bei 3 ist man immer versucht an Zwillinge zu denken, die bei der Geburt getrennt wurden und sich unwissend voneinander sehr ähnlich entwickelt haben. Wenn auf "The Ghost You Gave To Me" nämlich Coheed And Cambria stehen würde, dann würde man das wohl begeistert als endlich mal wieder völlig überzeugendes Werk der Band abnicken. Da steht aber nun mal 3 drauf, das macht das Album aber um keinen Deut schlechter, ganz im Gegenteil. 3 starten optimal ins Album, indem sie nämlich mit "React" einen Köder auslegen, der mit seiner recht straighten Konstruktion und vor allem dem fast schon simplen aber überaus eingängigen Refrain einiges an Aufmerksamkeit erregt. Später erhöhen sie den Schwierigkeitsgrad dann immer mal wieder, so dass bei der Kategorisierung zu Recht neben Alternative auch das für viele immer noch abschreckende Wort Prog fällt. Bevor das dann zu sehr ausufert, bieten sie aber immer wieder Halt mittels catchy Passagen wie z.B. beim fantastischen "Sparrow". Klar blitz hier immer mal wieder das herausragende technische Können der Musiker auf, viel vordergründiger ist aber die Spielfreude, die aus den Songs spricht. Und mit der Zeit geht dem Album keinesfalls die kreative Puste aus, nein, selbst an neunter Stelle ist mit "Afterglow" noch ein veritabler Hit "versteckt". Und selbst eine über sechsminütige Nummer wie "One With The Sun" überspannt den Bogen nicht, sondern glänzt mit tollen Arrangements und Akustikpassagen. (tj)




