Maybeshewill - I Was Here For A Moment, Then I Was Gone
Zum ersten Mal habe ich vor ein paar Monaten von dieser britischen Band gelesen, als ich mit Neid zur Kenntnis nahm, dass eben Maybeshewill zusammen mit den wiedervereinigten earthtone9 und den mächtigen The Ocean die Insel betouren würden. Jetzt wo ich weiß, dass auch Maybeshewill eine fantastische Band ist, ist das Package natürlich noch bitterer. Die vier Herren aus Leicester präsentieren mit ihrem dritten Album ihr Debüt. Klingt komisch und ist auch so. Nach ihren ersten beiden Alben hat sich die Band jedenfalls fünf Jahre lang Zeit gelassen und sich dann mit dem aufgestauten Kreativdruck erstmals in ein richtiges Studio begeben (die Vorgänger wurden zu Hause aufgenommen), um dieses wunderbare Instrumentalalbum aufzunehmen. Und es ist schier unglaublich, wie viel Tiefe, Wärme und Emotion die Band schlafwandlerisch stilsicher in diesen zehn Songs in 44 Minuten arrangiert – und zu keiner Sekunde fehlt einem der Gesang. Wenn mich nicht alles täuscht, sind beim vierten Song "Critical Distance" sogar Dur-Klänge zu hören, ein regelrechter Hit ist das und verdammt schön noch dazu. Das ist alles stets packend und intensiv, auf den Punkt, aber nie platt, sondern so fein abgestimmt und schörkelig-detailliert, man kommt vor lauter Gänsehaut gar nicht mehr in den normalen Hautzustand zurück. Die Produktion ist herrlich warm, es ist so vielfältig arrangiert und instrumentiert, dass da live bestimmt viel aus dem Rechner kommt, aber egal. Eine tolle Band, die jeder, der etwas mit intensiver Musik und Bands wie Long Distance Calling oder auch And So I Watch You From Afar anfangen kann, kennen muss! (tj)




