Emil Bulls - Oceanic
Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach ihrem letzten regulären Album "Phoenix" legen die Münchner schon wieder mit "Oceanic" nach – und dazwischen gab's ja 2010 aus Anlass des 15jährigen Bandbestehens auch noch die formidable "The Feats"-DVD, dank fleißigem Ölen mit edlem Augustiner schnurrt der Bajuvaren-Motor munter vor sich hin – und das trotz diverser Besetzungswechsel in den letzten Jahren. Und der signifikanteste Wechsel war der an der Lead-Gitarre, denn da hat Andy Bock auf jeden Fall für deutlich mehr Metal(core) gesorgt. Es gibt immer wieder Momente auf "Oceanic", in denen man sich als langjähriger Fan der Band die Ohren reibt und sich wundert, welche Band man da denn überhaupt hört. Getragen und dramatisch pirscht sich die Band mit dem Intro "The Concubines Of Debauchery" an den Hörer heran. Militärische Trommelwirbel, wenig Gitarre, viel Atmosphäre und ein säuselnder Sänger, der einen dazu verleitet, die Lautstärke höher zu drehen... bevor einem der gute Christoph dann mit dem ersten Song "Epiphany" vor lauter Wettern und Brüllen ordentlich fies ins Ohr kreischt und die Band mit diesem Statement an sich von Anfang an alles klar macht: die folgenden dreizehn Songs werden derb, dreckig aber auch immer wieder bittersweet – Emil Bulls at their best eben! Nach dem ersten Hören bleibt besonders der gestiegene Härtegrad im Ohr, die gewohnten Pop-Refrains allererster Ohrwurm-Klasse sind aber ebenso massig vorhanden; "Not Tonight Josephine" ist z.B. einer von vielen Überhits auf dem Album. Das die reguläre Version abschließende "Dancing On The Moon" ist für mich persönlich dann etwas zu viel des Guten, die 30 Seconds To Mars-Schmonz-Chöre hätten echt net sein müssen. Auf der limitierten Version kommen danach aber noch satte vier Bonustracks! (tj)




