Textures - Dualism
Für Textures-Fans war die letzten zwei Jahre lang banges Warten angesagt. Nach dem überragenden "Silhouttes"-Album gab Sänger Eric Kalsbeek 2010 überraschend seinen Ausstieg bekannt. Ob dessen riesige Schuhe so einfach zu füllen sein würden, war unabsehbar. Hinzu kam der Wechsel der Plattenfirma, weg vom kleinen französischen Feinschmeckerladen Listenable Records hin zum riesigen Donzdorfer Gemischtwarenhändler Nuclear Blast. Wer "Dualism" dann ein paar Runden im Player gegönnt hat, der kann sich entspannt zurücklehnen, denn es gab und gibt überhaupt gar keinen Grund zur Sorge. Auch 2011 sind die Niederländer Textures eine herausragende Prog bzw- Tech Metal-Band und der neue Sänger Daniel de Jongh (ex-Cilice) ist die Idealbesetzung am Mikro. Ob er nun brüllt, fast schon soulig singt, ganz wohldosiert in den Falsett-Napf greift – immer passt es optimal zu den Klangkaskaden der Band, das ist viel mehr als nur ein Ersatz, das ist eine Bereicherung. Auch stilistisch haben sie aus dem uninspirierten Ur-Block, der doch deutlich Meshuggah inspiriert war, durch emsiges Heraus- und Bearbeiten sowie Feilen ein ganz eigenes, facettenreiches Antlitz herausgeholt. Der Anteil an knüppeligem Thrash wurde deutlich zurückgefahren und beschränkt sich auf einige Passagen, über weite Strecken regiert der Progrock oder gar alternativ Angehauchtes, ein Song wie "Consonant Hemispheres" erinnert sogar angenehm an Faith No More! Vielfalt und Dynamik beherrschen das Feld, das Album ist eine ereignisreiche Entdeckungsreise mit massig Langzeitmotivation. (tj)




