Ancient VVisdom - A Godlike Inferno
Die Wirtschaftskrise scheint nun auch Team Helldriver erfasst zu haben, jedenfalls darf sich meine Wenigkeit neuerdings zusätzlich mit Neo-Folk auseinandersetzen. Aber ernsthaft, öfter mal was Neues hat noch keinem geschadet; und ‚neu’ ist bei dieser Veröffentlichung so einiges: Neben der Tatsache, dass Ancient VVisdom (Obacht: Doppel-Vau) erst seit zwei Jahren gemeinsame Sache machen, erscheint ihr aktuelles Werk auf dem erst kürzlich aus dem Boden gestampften Label Shinebox. „A Godlike Inferno“ stellt den Nachfolger zur 2010er EP „Inner Earth Inferno“ dar, auf der man sich die Spieldauer übrigens mit Charles Manson teilte. Das Album wartet mit acht Songs auf, die sich irgendwo zwischen Folk- und Akustikrock angesiedelt haben und eine überwiegend ruhige, melancholische, stellenweise aber auch kalte Grundstimmung ausstrahlen. Die Musik der aus ehemaligen Integrity- und Iron Age-Mitgliedern bestehenden Combo erinnert mich vom Sound her etwas an Alice In Chains, was sicherlich den vorwiegend aus dem Akustikregal entliehenen Gitarren zuzuschreiben ist, die nur vereinzelt von verzerrten Tönen begleitet werden. Das ganz große Wiedererkennungsmerkmal von Ancient VVisdom ist aber die enorme Eingängigkeit, die sich wie der sprichwörtliche Faden durch „A Godlike Inferno“ zieht. Diese bewusst inszenierte Gefälligkeit der Musik hat ihren Ursprung in dem ausgiebig praktizierten Mechanismus des Repetierens. Die Mehrheit der Stücke – Paradebeispiel: „The Opposition“ oder das epochale „Necessary Evil“ – verfügt über Refrains oder chorähnliche Passagen die beinahe schon ritualartig wiederholt werden und sich dadurch tief im Gedächtnis verankern. Für mich persönlich stellt sich zwar nach einigen Durchläufen der Effekt ein, dass ich es nicht mehr hören kann, aber dennoch fällt der Gesamteindruck nicht so eintönig aus, wie man vielleicht vermuten würde. Die vier Amis verstehen sich immerhin darauf, ihren Kompositionen einen recht eigentümlichen Touch mitzugeben, der zum einen durch den sparsam-dezenten, aber durchaus cleveren Schlagzeugeinsatz, und zum anderen durch tolle Gesangsleistungen zu erklären ist. Fazit: „A Godlike Inferno“ kann definitiv ein Hörgenuss sein, für den man aber definitiv in der richtigen Stimmung sein muss. Mit anderen Worten, der perfekte Lagerfeuer-Soundtrack, bei dem man am liebsten selbst zur Akustikaxt greifen und mitsingen möchte. Sobald das Feuer aber heruntergebrannt ist, will man dann doch lieber etwas anders hören. (cj)




