Blackened Sky - Secrets Of Your Diary
Es gibt Platten, die ihre Qualität bereits nach einigen Akkorden offenbaren, ohne dass etliche darauf folgende Durchläufe etwas daran ändern könnten. Aktuelles Beispiel: Das Breakdown-Riff mit dem Blackenend Sky ihr Debütalbum eröffnen klingt in etwa so spannend wie die dritte Wiederholung des Worts zum Sonntag. Und auch wenn der Autor im weiteren Verlauf bemüht war, etwas von wirklichem Gehalt aus dieser Veröffentlichung herauszuziehen, wurde er nur bedingt fündig. Die acht Tracks auf „Secrets Of Your Diary“ sind im Einzelnen betrachtet keine schlechten Songs, und der Core-lastige Melodic Death des einheimischen Quintetts ist zumindest in technischen Belangen – von einigen vergurkten Blastbeat-Versuchen abgesehen – ganz ordentlich aufgestellt, wobei es in kreativer Hinsicht dann doch einiges zu bemängeln gibt. Viele Elemente, mit denen die seit knapp zwei Jahren bestehende Band ihre Stücke ausrüstet, sind nicht mehr als mittelmäßig. Auch wenn hier und dort einige gut gelungene Breaks aufblitzen, und auch die eine oder andere Gitarrenfrickelei recht frisch aus der Wäsche schaut, so ist es aufs Ganze bezogen, eben die Frische, die schmerzlich vermisst wird. Die in der Bandinfo so gelobte Eigenständigkeit und der „sehr hohe Wiedererkennungswert“ sind genau die Merkmale, die ich bei Blackened Sky vergebens suche. Wenn man das Album auf den Seziertisch legt, tun sich einige kaum zu überhörende Parallelen zu bekannteren Bands hervor. So zum Beispiel klingen die derben Parts stark nach Unearth, viele der schnelleren Passagen eindeutig nach As I Lay Dying und die nicht selten praktizierten Breakdowns stammen von [beliebige Deathcore-Band einfügen]. Sicherlich hat auch der für Genreverhältnisse etwas dünne Sound Anteil daran, dass der Hörer nicht wie gewünscht durchgefönt wird, sondern sich eher in einer lauen Brise entspannt zurücklehnen kann. Das kann er auch bedenkenlos tun, denn er wird nichts verpassen, was wirklich von Belang wäre. Blackened Sky klingen für mich, als wären sie ihrer Zeit hinterher, denn im Jahr 2011 ist weitaus mehr gefordert, um sich von der unüberschaubaren Masse an Bands dieser Kategorie abzuheben, als das, was die Jungs auf „Secrets Of Your Diary“ zusammengefummelt haben. (cj)




