Criminal - Akelarre
Mist, “kurz“ nicht aufgepasst und zack – ein Criminal-Album verpasst. Das letzte Album, dass ich von der Formation auf dem Schirm habe, ist nämlich das 2005er-Werk “Sicario“, 2009 haben sie dann aber “heimlich“ “White Hell“ nachgeschoben. Besagtes Album war auch das erste, das bei ihrer neuen Labelheimat Massacre Records veröffentlicht wurde – früher waren sie bei Metal Blade unter Vertrag. Was hat sich also geändert seit den letzten Alben? Nichts an sich, und das ist gut so! Gründungsmitglied und Gitarrist Rodrigo ging mittlerweile von Bord, im Sound/Stil der Band schlägt sich das aber nicht nieder. Denn Criminal haben es sich gekonnt in ihrer eigenen Nische im Hause Thrash-Metal bequem gemacht. Hier und da ist da auch wieder etwas Death Metal-Input am Start, aber geändert hat sich in der Summe wie gesagt nichts. Trotzdem ist es unfassbar, wie die Band in Südamerika so populär sein kann und hier bei uns in Europa immer noch als Geheimtipp gehandelt wird. Denn wer sich beispielsweise nach “Chaos A.D.“ von Sepultura abgewandt hat, weil die Band da stilistisch abgebogen ist, der dürfte an Criminal seine wahre Freude haben. Das ist frischer Thrashmetal mit massig feinen Riffs und einem adäquat fiesen Gesang – und zwar ohne irgendwie bemüht oldschool zu sein. Schnörkel sind wohl auch definitiv nicht die Sache der Band, denn die Fünf-Minuten-Marke wird nicht ein einziges Mal gerissen. Trotz sehr coolem, den politischen Anspruch der Band unterstreichenden, Artwork langt's nicht ganz für die Höchstnote, denn Song Nummer acht und neun können das hohe Niveau des restlichen Materials nicht ganz halten. Das abschließende „La Santa Muerte“ bringt das Album aber zu einem versöhnlichen Ende. (tj)




