Samiam - Trips
Totgeglaubte leben länger. Samiam gründeten sich 1988 und waren mit ihrem melodischen Punk Rock Wegbereiter für viele Emo Bands. Ihre Platten wie „Clumsy“ oder „You Are Freaking Me Out“ gehören zu den ganz großen des Genres. Kaum eine Band vermochte es so überzeugend Zynismus und Melancholie zu vertonen und dabei immer ein Grinsen in den Backen zu haben. So wirklich verschwunden war die Band nie. Immer wieder war es nach dem 2000er Werk „Astray“ ruhig geworden, doch immer wieder haben sich die Jungs irgendwo gezeigt. Sei es auf Tour oder 2006 mit dem Album „Whatever's Got You Down“. Letzteres wurde von den Fans sicherlich als erfreuliches Lebenszeichen aufgenommen. So recht abgefeiert hat es dann aber wohl doch niemand, konnte es doch zu keinem Zeitpunkt an die früheren Werke anknüpfen. Ihre besten Zeiten hat die Band wohl hinter sich und man kann der sympathischen Truppe nicht einmal böse sein. Wer sich mit dieser Einstellung „Trips“ nähert, wird nicht enttäuscht. Im Gegenteil, vielleicht sogar positiv überrascht. Das Album besitzt durchaus alle Trademarks der Band. Tolle Melodien, mal verträumt, mal schwermütig aber auch mal verspielt und aufbrausend. Die Stimme von Frontmann Jason Beebout vermag noch immer unter die Haut zu gehen. Das Album macht rundum Spaß und Songs wie „Over Now“, „Clean Up The Mess“ oder “September Holiday” können durchaus an frühere Großtaten anknüpfen. So ist „Trips“ deutlich stärker als „Whatever's Got You Down“ und echte Durchhänger gibt es kaum. Trotzdem ist es wohl unmöglich für die Band, die Klassiker wirklich zu trumpfen. (rg)




