Trivium - In Waves
Trivium sind so etwas wie die Posterboys des modernen Metals. Sie haben mit ihrer Vorliebe für den Thrash der 80er insbesondere frühe Metallica Elemente dieses Sounds mit eingängigen Melodien kombiniert und in moderne Metal Songs verpackt. Auch wenn in den letzten Veröffentlichung eine deutliche kommerzielle Verwässerung zu spüren war, die Jungs um Matt Heafy wissen wie man Metal Songs schreibt, die sowohl knallen als auch im Ohr hängen bleiben. Der Erfolg gibt ihnen da zweifellos Recht. Das letzte Album „Shogun“ erschien 2008. In der Zwischenzeit hat die Band ihren Stil etwas neu sortiert und insgesamt einen noch zugänglicheren Weg eingeschlagen. War insbesondere bei den beiden Vorgängern noch der Fußabdruck früher Metallica übergroß zu hören, ist das dieses Mal nicht mehr so sehr der Fall. Stattdessen hat man vieles von dem, was Trivium ausgezeichnet hat, über Bord geworfen. Keine Vocals, die James Hetfield Tribut zollen und ausufernde Gitarrenschlachten mehr. Stattdessen gibt es sehr viel Klargesang, eingängige Refrains und gefällige Melodien zu hören. Aber keine Angst, die Jungs haben trotz allem noch Power für Up-Tempo Passagen, derbe Vocals und schwergewichtiges Riffing. Der Wechsel aus Melodie und Härte wird von Trivium wie gewohnt nahezu in Perfektion gespielt. Die Jungs sind begnadete Songwriter, Tracks wie „In Waves“, „Watch The World Burn“, “Black” oder “Built To Fall” sind absolute Ohrwürmer. Dazwischen haben sich aber immer wieder auch Durchhänger eingeschlichen, die zwar nicht wirklich schlecht sind, denen aber durchaus das gewisse Etwas fehlt. So bleibt unter'm Strich mit „In Waves“ ein recht fader Beigeschmack, die Band scheint jetzt zum einen stilistisch deutlich mehr als bisher in der grauen Masse des Metalcore Einheitsbreis zu schwimmen, andererseits aber auch an Biss verloren zu haben. Man bewegt sich nach wie vor auf hohem Niveau, Fans werden sicherlich zufrieden sein, Begeisterungsstürme hat die Platte aber zumindest bei mir nicht mehr ausgelöst. (rg)




