Black Sleep Of Kali - Our Slow Decay
Da hat jemand definitiv mehr als ein Mal „Indiana Jones – Temple of Doom“ geschaut: Den Schwarzen Schlaf der indischen Todesgöttin Kali als Bandnamen zu verwenden, ist zumindest eine ausgefallene Idee; und für mich als ausgewiesenen Indy-Fan lässt sich das gar nicht schlecht an. Da bleibt nur zu hoffen, dass die sieben Stücke auf „Our Slow Decay“ auch musikalisch mit derartigem Einfallsreichtum aufwarten können. Die erste Langrille (in diesem Fall sehr zutreffend, da die Scheibe nur als Vinyl und Download erhältlich ist) der aus der Mile High City Denver stammenden Combo bietet eine auf Anhieb gefällige, aber auch leicht verschrobene Black Sabbath-Interpretation, zu der auch deutlich hörbare Mastodon-Anteile, sowie ordentlich Stoner Rock und Doom beigemischt werden. Zudem findet sich immer wieder Gelegenheit, die eine oder andere Melodie in den derben Riff-Mix zu verflechten, was der ganzen Geschichte nur zuträglich ist. Sehr auffällig ist die enorm fett gemischte Produktion, die keinerlei Wünsche offen lässt und durchaus als Messlatte für das gesamte Genre gelten könnte. Nach einer genaueren Begutachtung muss ich aber leider sagen, dass der dicke Sound auch das Beste an der gesamten Aufnahme ist. Es ist zwar eine Fülle an Emotionen und auch ein gewisses Gespür für deren Umsetzung vorhanden, aber wirklich mitgerissen werde ich nicht. Im Gesamten gestaltet sich der Hörgenuss doch recht zäh, und über die volle Spieldauer hätten einige zündende Ideen mehr, und auch der ein oder andere Aha-Moment sicher nicht geschadet. Außerdem stört mich, dass viele Passagen – vor allem die Höhepunkte – doch sehr stark nach Mastodon zu Leviathan/Blood Mountain-Zeiten klingen, gerade auch gesangstechnisch. Mit der übertriebenen Anpreisung ihrer Eigenständigkeit in der Bandinfo haben sich Black Sleep Of Kali in meinen Augen keinen Gefallen getan, denn hinter einer solchen Aussage sollte etwas mehr stecken als das, was die Jungs auf „Our Slow Decay“ veranstalten. Und dennoch verdienen sie es, nicht einfach ‚abgewatscht’ zu werden, denn dass die Herren aus Colorado spielen können und als Band durchaus funktionieren, steht außer Frage. Wenn es ihnen gelingen sollte, den Fokus mehr auf ihren eigenen Stil auszurichten, könnte sich hier unter Umständen für die Zukunft noch einiges zusammenbrauen. (cj)




