Omas Zwerge - Stereopunk
Manchmal bekommt man Platten auf den Rezensionstisch, die einem beim Anhören die Sprache verschlagen. Das kann sowohl im positiven Sinne passieren als auch im negativen. Im Fall von Omas Zwerge lässt allein der Bandname nichts Gutes erahnen. Schon nach den ersten zwei Songs ist klar, es ist alles noch viel schlimmer. Aber erst einmal zu den Fakten. Omas Zwerge haben bisher eine Karriere hinter sich, wie man sie von vielen Bands kennt. Man tingelt durch Clubs und nimmt an Newcomer Wettbewerben teil. Man gewinnt letztere und bekommt Zuwendungen von professionellen Agenturen, man bekommt einige coole Support Slots und eine professionelle Produktion spendiert. Das Ergebnis letzterer liegt nun in meinem Player. Omas Zwerge spielen zuckersüßen Pop-Punk in deutscher Sprache. Handwerklich kann man dem Quartett abgesehen von einem fehlenden Alleinstellungsmerkmal im Grunde keine Vorwürfe machen. Die Jungs haben eingängige Songs aus dem Pop-Punk Lehrbuch zusammengestückelt. Mal etwas flotter, mal im unteren Tempobereich. Immer jedoch frei von jeglichen Ecken und Kanten, schön glatt poliert und auf Eingängigkeit getrimmt. Nichts Neues, aber prinzipiell ganz gut gemacht. Das Grauen fängt bei den deutschen Texten an. Hier heißt die Maxime offensichtlich: "Hauptsächlich es reimt sich und passt ins Songschema". Aussage und Substanz sind leider Fehlanzeige. Teilweise ist das äußerst haarsträubend und nahe an der Nichtigkeit des Schlagers angesiedelt. Omas Zwerge haben Spaß an ihrer Musik und die Band hat sicher das Potential in der Käuferschicht von 12 bis 15 Jahren Fans um sich zu scharen. Darauf scheint es die Band auch abzuzielen. Angesichts der massiven Anbiederungen an Bravo und Konsorten sowie der Frechheit, das Ganze noch als Punkrock zu verkaufen, bleibt mir nur sprachlos den Kopf zu schütteln. Mit Punk hat das nicht mehr viel zu tun und in meinen Augen wäre „Kinderpunk“ ein besserer Titel für das Album gewesen. Wer´s mag... (rg)




